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BVK-Vize Zander zur Provisionsdebatte: “Der Kunde soll selbst entscheiden”

14.11.2014 – bvk_zander_150Im Streit um die Vergütungsmodelle der Zukunft, ob auf Honorar- oder Provisionsbasis, nimmt Ulrich Zander, seines Zeichens Vize-Präsident im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), kein Blatt vor den Mund. “Gutmenschen” drängten die Diskussion in falsche Bahnen und nähmen den Verbrauchern ihre Entscheidungsfreiheit. Dazu Zander im Exklusiv-Interview mit VWheute.

Honorarberatung – Provisionsberatung, die Entscheidung welches Modell sich in Deutschland letztlich durchsetzt scheint nach wie vor offen. Wie wahrscheinlich erachten Sie die Gefahr, dass ein Provisionsverbot doch noch durch die Hintertür eingeführt wird?

Die Gefahr ist vorhanden, weil einige „Gutmenschen „ – vermeintliche Verbraucherschützer – der Auffassung sind, dass jede Form der Provisionsberatung zur Falschberatung führt, weil der Vermittler nur seine eigenen finanziellen Interessen sieht, obwohl er nach dem VVG zur Beratung und Dokumentation verpflichtet ist, bis hin zur persönlichen Haftung. Die Bevölkerung will zu 98 Prozent keine Honorarberatung, wie Umfragen zeigen. Der sozialpolitische Auftrag der Abdeckung der Bevölkerung mit notwendigen Versicherungen wäre bei einem Verbot der Provisionsberatung nicht mehr zu gewährleisten, woran niemand ein Interesse haben kann. Honorarberatung sollte neben der Provisionsberatung möglich sein, der Kunde soll selbst entscheiden. Die permanent steigende Bevormundung des aufgeklärten Kunden durch den Gesetzgeber darf sich nicht durchsetzen.

Im Lichte der zunehmenden Regulierung betrachtet: Wie sehr wirkt sich diese auf schon heute auf die wirtschaftliche Situation der einzelnen Vermittler aus? Droht eine Spaltung der Vermittlerschaft in „arm und reich“?

Regulierung kostet Zeit und Geld. Aufgrund der Ertragsaussichten ist zu erwarten, dass sich immer mehr Vermittler vom Markt verabschieden werden, was aus der Entwicklung der Vermittlerzahlen der letzten Jahre schon ersichtlich ist. Die Vermittler, die sich den neuen Marktgegebenheiten unternehmerisch stellen, werden Erfolg haben, während die anderen wirtschaftliche Probleme bekommen werden.

In welchen Bereichen ist die Regulierung schon ausgereizt bzw. schon überzogen und wo sollte der Gesetzgeber ggf. nachbessern?

Im Versicherungsvermittlerbereich wurden neben den gesetzlichen Änderungen durch das BAFin Rundschreiben 09/2007 ausreichende Überwachungsinstrumente eingeführt, um Unregelmäßigkeiten zu überprüfen und abzustellen. Dass diese Maßnahmen ausreichen, zeigt die Anzahl der Beschwerden über Vermittler beim Versicherungsombudsmann. Bei mehreren Millionen Beratungen im Jahr 2013 gingen nur 363 Vermittlerbeschwerden ein, mit einem Rückgang von fast 10% zum Vorjahr, und dies bei fast 18.000 Beschwerden über die Versicherungsunternehmen. (vwh/ak)

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Alexander Kaspar.

Bild: Ulrich Zander, BVK-Vizepräsident. (Quelle: BVK)

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