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BVK-Präsident Heinz: Damoklesschwert entschärft

23.01.2014 – HeinzOptimistisch gibt sich Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), im Hinblick darauf, dass offensichtlich ein Provisionsverbot für Versicherungsvermittler im Rahmen der europäischen Beratungen zu einer strengeren Regulierung von Finanzprodukten (Mifid II) vom Tisch ist. Heinz erwartet allerdings, dass in Deutschland weiter über ein Provisionsverbot diskutiert werde.

VW-heute: Welche Folgen hat der voraussichtliche Verzicht auf ein EU-weites Provisionsverbot  für die deutschen Vermittler?

Michael H. Heinz: Der Verzicht auf ein Provisionsverbot verschafft den Versicherungsvermittlern die rechtliche Sicherheit, die sie benötigen, um ihren Beruf weiter ausüben zu können. Insofern ist der Wegfall dieses Damoklesschwertes für uns nicht hoch genug zu bewerten. Für eine endgültige Bewertung ist es allerdings noch zu früh, da der offizielle Text aus Brüssel noch nicht vorliegt.

VW-heute: Sind damit die Diskussionen um ein Provisionsverbot in Deutschland endgültig abgehakt?

Heinz: Obwohl die Diskussionen auf der nationalen und der EU-Ebene unterschiedlich verlaufen, denken wir, dass der EU-Verzicht auf ein Provisionsverbot auch auf die Debatten hierzulande ausstrahlen wird. Dennoch glauben wir, dass in Deutschland weiter über ein Provisionsverbot diskutiert wird.

VW-heute: Welche Perspektiven sehen Sie für ein Nebeneinander von Provisionsberatung  und Honorarberatung?

Heinz: Bisher existierten die beiden Arten gut nebeneinander, wenngleich die Honorarberatung mit ihren rund 280 registrierten Versicherungsberatern bei Weitem nicht die Marktabdeckung hat, wie die Vermittlung auf Provisionsbasis mit rund 240.000 Versicherungsvermittlern. Diese gewährleisten eine flächendeckende Kundenberatung. Der Koalitionsvertrag sieht einen weiteren Ausbau der Honorarberatung vor. Wir werden diesen Prozess intensiv begleiten und die Interessen unserer Mitglieder vertreten.

VW-heute: Warum  fordern Sie für den Bereich der Lebensversicherung andere Regelungen als für Anlageprodukte?

Heinz: Lebensversicherungen dienen der privaten Altersvorsorge und sind so konstruiert, dass sie den Kunden garantierte Ablaufleistungen bieten. Das unterscheidet sie von anderen Finanzanlageprodukten, die das nicht bieten können. Daher meinen wir, dass Lebensversicherungen als bewährte Altersvorsorgeprodukte nicht im PRIPs-Regelwerk zusammen mit anderen Finanzanlagen geregelt werden sollten.

Das Interview führte VW-heute-Korrespondent Wolfgang Otte.

Foto: Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) sieht das Damokklesschwert “Provisionsverbot” entschärft. (Quelle: BVK)

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