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Breite Kritik an Finanztransaktionssteuer

24.07.2013 – Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungsverband (GDV) hat sich im Hinblick auf die geplante Einführung der Finanztransaktionssteuer klar positioniert. Die Steuer verringere die Rendite in der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Die Riester-Förderung würde “ad absurdum” geführt.

Die Finanztransaktionssteuer belastet nach einer aktuellen Studie des Deutschen Aktieninstituts und des Beratungsunternehmens Wyman die Privatanleger mit jährlich 2,6 bis 3,6 Milliarden Euro. Auch Unternehmen sind hart betroffen. Mehrkosten jährlich: 2,4 bis 3,7 Milliarden Euro. Diese Belastungen resultierten vor allem aus dem Derivate-Einsatz, der zur Absicherung des operativen Geschäfts gegen Wechsel- und Zinsschwankungen erfolgt.

Der Kauf von Derivaten soll mit 0,01 Prozent ihres Nominalwertes besteuert werden. Auch hier Kritik vom GDV: „Bei einem Verzicht auf die Absicherungsgeschäfte müssten die Unternehmen diese Risiken in den Bilanzen abbilden und so ihre Refinanzierungskosten erhöhen”. Jede Transaktion im klassischen Wertpapiergeschäft soll mit 0,1 Prozent des Transaktionswertes besteuert werden. Die Studie des Deutschen Aktieninstituts und des Beratungsunternehmens Wyman hat in ihren Berechnungen berücksichtigt, dass die Transaktionssteuer einerseits durch kaufvertragliche Aufspaltungen mehrfach erhoben wird und andererseits Finanztransaktionen in der Kette betrachtet werden müssen. Damit hat die Steuer beträchtliche Folgewirkungen.

In der Wirtschaft stößt die Einführung der Steuer auf vielfache Kritik. Das Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen Goldman Sachs urteilt: “Die Finanztransaktionssteuer wird unverhältnismäßig von Privatanlegern getragen.“

Die Mehrfachwirkung der Finanztransaktionssteuer spricht die CC-Bank an. Es entstehe ein Kaskadeneffekt, der die tatsächliche Steuerbelastung höher ausfallen lasse als die ursprünglich veranschlagten 0,1 beziehungsweise 0,01 Prozent.

Prof. Christoph Kaserer vom Lehrstuhl für Finanzmanagement und Kapitalmärkte der TU München prognostiziert “Einbußen bei der privaten Rente in der Größenordnung von 2,5 bis 5,5 Prozent.“

Der Deutsche Fondsverband kritisiert: “Die Finanztransaktionssteuer belastet versicherungsorientierte Anlagestrategien oder auch Riester-Fonds mit gesetzlich vorgegebenem Kapitalerhalt.”

Kritische Stimmen auch an der Frankfurter Börse, wie die Zeitschrift Versicherungswirtschaft in einer Umfrage bei Händlern feststellte. Oliver Roth, Börsenstratege der Close Brothers Seydler Bank: “Gerade weil Versicherer sehr langfristig investieren, ist die Einführung einer Finanztransaktionssteuer für die Branche absolut der falsche Weg.”

Arthur Brunner, Leiter des börslichen Rentenhandels der IFC Kursmakler AG: “Als sinnvoll könnte ich mir vorstellen, dass man diese Steuer bei langer Haltedauer erstattet.”

(Siehe IM BLICK)

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