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bKV: Ein Geschenk ist in Gefahr

21.11.2014 – Von VWheute-Korrespondentin Elke Pohl. Vor gut einem Jahr kippte das Bundesfinanzministerium (BMF) mit einem Schreiben die bis dahin unbestrittene Rechtslage, nach der die Ausgaben des Arbeitgebers für die betriebliche Krankenversicherung (bKV) Sachlohn und demzufolge entsprechend der 44-Euro Freigrenze nicht zu besteuern sind.

Mit dem Schreiben des BMF vom 10. Oktober 2013, laut dem die Ausgaben zur bKV als Barlohn zu werten und entsprechend voll zu versteuern und zudem im Rahmen der Sozialversicherung mit Abgaben zu belegen seien, hat sich die Situation in der bKV zum Nachteil entwickelt. Darauf machte der auf Unternehmenssteuerrecht spezialisierte Klaus-Dieter Drüen von der Universität Dortmund im Rahmen eines Fachgesprächs deutlich, das gestern in Berlin stattfand. Geladen hatten der Industrie-Pensions-Verein (IPV) sowie der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV). Damit befinde sich des BMF im Widerspruch zum Bundesfinanzhof (BFH), der in seinen Urteilen aus den Jahren 2010 und 2014 klargestellt hatte, dass es sich bei der bKV um Sachlohn handele, da der Arbeitnehmer keine Wahlmöglichkeit habe und sich den Versicherungsbeitrag nicht auszahlen lassen könne. Mit dieser Kehrtwendung werde die bKV teuer und unattraktiv und halte Arbeitgeber davon ab, seinen Mitarbeitern diese wichtige Zusatzleistung anzubieten.

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Was eine Änderung, wie sie sich für nächste Woche angekündigt hat, für die vielen Unternehmen bedeuten würde, die ihren Mitarbeitern bereits kostenlos den Zugang zu privaten Zusatzversicherungen ermöglicht, kann noch gar nicht abgesehen werden. Denn die bKV ist nicht nur steuerlich für die Unternehmen vorteilhaft, sondern auch mit Blick auf die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern, auf eine Differenzierung von Wettbewerbern und auf die Gesunderhaltung der Belegschaft ein sinnvolles Investment, wie Philip Spieß vom IPV betonte.

Die bKV sei „ein Geschenk“ des Arbeitgebers an seine Mitarbeiter, das auch solchen Kollegen und deren Familien eine private Absicherung ermögliche, die sonst keinen Zugang dazu hätten. Das bestätigte Marc Fahlbusch, Personalchef der auf den Verkauf und die Vermietung von Containern spezialisierte Algeco GmbH aus Kehl am Rhein. Für ihn ist die bKV trotz der steuerlichen Verschlechterungen ein „intelligenter Weg“, um Mitarbeiter nicht nur durch Geld zu binden. „Wir drücken damit eine Haltung und eine gemeinsame Verantwortung aus und wollen uns am Arbeitsmarkt positionieren“, machte er deutlich.

Bild von links: Philip Spieß (Industrie-Pensions-Verein), Klaus-Dieter Drüen (Universität Dortmund), Marc Fahlbusch, (Personalchef Algeco)

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