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Bipro-Präsident: „Noch schneller auf Standards setzen“

25.06.2014 – frank-schille-150Rasante IT-Entwicklungen, kürzere Produktzyklen und eine wachsende Datenflut beeinflussen die Branche enorm. Nach Ansicht von Bipro-Präsident Frank Schrills braucht es zur Bewältigung dieser Entwicklungen eine einheitliche, sichere und integrative Abbildung der Geschäftsprozesse. Im VWheute-Interview spricht er über die Auswirkungen der Digitalisierung und künftige Bipro-Projekte.

VWheute: Die Bedeutung der Prozessoptimierung in der Versicherungswirtschaft wächst. Welche strategischen und operativen Herausforderungen müssen im Hinblick auf die Prozessoptimierung noch gelöst werden, welche sind schon gelöst?

Frank Schrills: Die Nutzung von Standards beziehungsweise einer gemeinschaftlichen digitalen Sprache zur Optimierung der Geschäftsprozesse ist mittlerweile unabdingbar. Oberste Prämisse ist, hiermit zukünftig wettbewerbsfähig als Branche und als einzelnes Unternehmen bleiben zu können. Die Bipro Community ist dabei auf einem guten Weg. In vielen Segmenten gibt es bereits Normen. Die Implementierungen werden immer zahlreicher und die Akzeptanz von Bipro als Marktstandard steigt stetig. Es gibt aber auch noch Felder, die verbessert werden können, zum Beispiel die Qualität mancher Umsetzungen ist noch ausbaufähig. Auch hinsichtlich der Geschwindigkeit ist die Herausforderung für die Versicherungswirtschaft gegenwärtig: Die Branche muss noch schneller auf Standards setzen.

VWheute: Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Versicherungswirtschaft aus Ihrer Sicht und wie kann Bipro dabei unterstützen?

Frank Schrills: Die Auswirkungen sind enorm und mannigfaltig. Sie sind zu belegen unter anderem mit rasanten IT-Entwicklungen, stark verändertem Kundenverhalten, kürzeren Produkt(einführungs)zyklen sowie einer stark anwachsenden elektronischen Daten- und Dokumentenflut. Dies betrifft vorhandene und neue, sowie interne und unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse. Die Prozessabwicklungen müssen daher einheitlich, sicher und integrativ abgebildet werden, insbesondere dann, wenn viele unterschiedliche Marktteilnehmer miteinander agieren; mit proprietären Formaten ist das nicht effizient möglich. Die Bipro als neutraler Verein und als Community, in der alle Marktplayer Einfluss auf die Entwicklung der notwendigen Standards nehmen können, ist daher aus strategischer und operativer Sicht für die Mitglieder und die Branche enorm wichtig.

VWheute: Sie haben schon eine Reihe an Normen auf den Weg gebracht, zuletzt die Vermittlerabrechnung, die zum Ziel hat, Prozesse und Datenaustausch zu optimieren. Inwieweit setzen Unternehmen die schon bereitgestellten Normen ein und wie zufrieden sind Sie mit der Umsetzung?

Frank Schrills: Das Projekt Vermittlerabrechnung mit über 30 teilnehmenden Unternehmen ist nach einer halbjährigen Projektlaufzeit im Mai 2014 abgeschlossen worden. Die Normen  ermöglichen die komplette Abrechnung sowohl im Zentral-, wie auch Vermittlerinkasso inklusive der Kontenklärung zwischen Versicherer und Vermittler. Sie werden im Herbst allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Viele der Projektteilnehmer haben angekündigt, die Normen so schnell wie möglich zu implementieren und den Partnern das Aufschalten damit zu ermöglichen. Insbesondere die Maklerverbände VDVM, BVK und BMVF, die an dem Projekt mitwirkten – der VDVM hat das Projekt initiiert – werden ihren Mitgliedern die Umsetzungen empfehlen.

VWheute: Welche Projekte laufen derzeit bei Bipro und welche Projekte wollen Sie in diesem Jahr noch anstoßen?

Frank Schrills: Im Bereich Schaden optimieren derzeit 25 Unternehmen die Schadenprozesse zwischen Versicherer und Vermittler – von der Schadenmeldung über die Deckungsanfrage bis hin zur Auskunft über den Schadenstatus. Es wird eine deutliche Verbesserung der Schadenbearbeitung und -Services bis hin zum Kunden angestrebt. Die Normen werden für die Mitglieder zum Ende dieses Jahres erwartet. Innerhalb des Bipro-Projektes „Authentifizierung & Autorisierung“ erarbeiten elf Versicherer (davon neun als Teilnehmer des GDV-Projektes Maklerkommunikation und Mitglieder des Bipro e.V.) sowie zusätzlich Vertriebs- und Prozesspartner gemeinsam an einer einheitlichen Branchennorm zur Authentifizierung und Autorisierung des Vermittlers an den Business Services der Versicherer. Die Erweiterungen der bestehenden Security-Normen werden im kommenden Spätsommer erwartet. Ende September 2014 wird das neue Projekt „Bestandsprozesse LV und PKV“ initiiert. Hier haben ebenfalls mindestens zehn Versicherer die Projektteilnahme avisiert.

Am 25. und 26. Juni trifft sich die Bipro Community in Neuss zum Austausch. (ks)

Foto: Bipro-Präsident Frank Schrills (Quelle: Bipro)

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