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Betriebliche Krankenversicherung – Drehmoment im System

28.03.2014 – pfeiffer-sport-bewegungFachkräftemangel und das Älterwerden der Bevölkerung schlagen sich immer mehr auf die Bedeutung von Lohnnebenleistungen nieder. Im Repertoire dieser Investitionen des Arbeitgebers in Mitarbeiterbindung und -vorsorge nimmt die betriebliche Krankenversicherung (bKV) eine zentrale Rolle ein.

„Die betriebliche Krankenversicherung ist ein wachsendes Marktfeld“, konstatiert Timm Genett, Geschäftsführer des Verbands der Privaten Krankenversicherer, beim zweiten Karlsruher Versicherungstag. Das hätte auch die Branche erkannt und mit einem wachsenden bKV-Angebot reagiert. Denn die Nachfrage nach den Kollektivverträgen steigt. „Für Unternehmen ist eine betriebliche Krankenzusatzversicherung ein effektives Instrument innerhalb eines betrieblichen Gesundheitsmanagements“, betont Genett. Da es sich bei einer betrieblichen Krankenversicherung um einen Kollektivvertrag handelt, können den Versicherten besonders gute Konditionen gewährt werden. „Die Gesundheitsprüfung fällt weg. So kann auch ein älterer Mitarbeiter problemlos diese Versicherung abschließen“, benennt Tillmann Lukosch, Vorstand der R+V Krankenversicherung ein entscheidendes Kriterium. Auch die Beiträge sind günstiger als sie bei einer vergleichbaren Individualversicherung wären. „Über eine betriebliche Krankenversicherung können Versicherungsprodukte erworben werden, die am freien Markt so nicht erhältlich wären“, bringt es der PKV-Verbandschef auf den Punkt.

Das Unternehmen wählt den Umfang und die Inhalte dieser zusätzlichen Absicherung. Und hier lassen sich die Bausteine vielfältig zusammensetzten. „Die entscheidende Frage ist, welche Bausteine für das jeweilige Unternehmen sinnvoll sind. Um dies herauszufinden, bedarf es guter Beratung“, sagt Lukosch. Vorsorgeuntersuchungen, Heilpraktikerbehandlungen oder doch die klassische Zahnzusatzversicherung – es gibt viele mögliche Schwerpunkte innerhalb eines betrieblichen Krankenversicherungsangebots. Wichtig sei jedoch, wie Lukosch betont, dass diese Leistungen vom Arbeitgeber finanziert werden. Die Praxis zeige nämlich, dass ein bKV-Angebot von der Belegschaft nicht gut angenommen wird, wenn es den einzelnen Mitarbeiter zu Kasse bittet. „Ich empfehle daher klein anzufangen. Lieber einen ganz bestimmten Baustein auswählen, der hundertprozentig zum Bedarf meiner Mitarbeiter passt und denn dann voll finanzieren“, so der Rat des R+V-Vorstands. Mit der Zeit lasse sich dann das Angebot an Krankenzusatzversicherungen ausbauen.

Politisch muss sich die bKV allerdings noch durchsetzten, wie Genett aufzeigte. So wurde Ende 2013 die steuerliche Förderung eingestellt. „Eine Rückkehr zur alten Regelung, bei der bis zu 44 Euro der Ausgaben pro Mitarbeiter steuer- und sozialabgabefrei waren, wird es nicht geben“, betonte er. Auch sei er politisch skeptisch, dass es einen eigenen steuerlichen Förderrahmen für die bKV geben werde. Dennoch plädiert er für eine stärkere politische Unterstützung für das Modell. „Die betriebliche Krankenversicherung hat das Potenzial, eine stabile dritte Säule innerhalb des Sicherungssystems der privaten Krankenversicherung zu werden“, sagt Genett. Hier sei das Wachstumspotenzial noch lange nicht ausgeschöpft. (jko)

Bild: Der Sportmediziner Wolfram Pfeiffer: “Sport und Bewegung sind lebensnotwendig.” (Quelle: vwh)

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