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„Beträchtliche Kapazitäten“ für Terrorismusversicherung

09.02.2015 – thofern_aon_150Jan-Oliver Thofern, Chairman und Chief Executive Officer (CEO) von Aon Benfield Deutschland stellt im Interview mit VWheute ein Umdenken bei den Unternehmen in Sachen Terrorismusversicherung fest: Zögerliches Einkaufsverhalten war gestern, heute schafft ein höheres Terrorgeschehen neuen Realismus.  

VWheute: Wie agieren die Versicherer auf dem Terrorversicherungsmarkt?

Thofern: Es gibt beträchtliche Kapazitäten am Markt. Das Deckungsangebot wird bislang völlig unbeeindruckt von den Anschlägen in Frankreich vorgehalten. In Deutschland ist der dominierende Akteur der Terrorversicherer Extremus. Dort wird die Nachfrage sicher zunehmen.

Wie gut sind die Unternehmen und öffentlichen Institutionen gegen Terror versichert?

Der Durchdringungsgrad ist noch als gering zu bezeichnen, obgleich nach unserer Wahrnehmung zunehmend auch Unternehmen an einem geeigneten Schutz interessiert sind, die das Risiko Terrorismus bislang für vernachlässigbar hielten. Es ließe sich für die Verantwortlichen nach einem gravierenden Schaden ja auch nur schwer erklären, warum man von einem relativ günstigen Versicherungsangebot in Zeiten erhöhter Gefährdung keinen Gebrauch gemacht hat.

Was müsste Ihrer Meinung nach getan werden, um die Terrorgefahr einzudämmen?

Die Verschärfung von Sicherheitsmaßnahmen, beispielsweise an Flughäfen oder die Bewegungsüberwachung von verdächtigen Personen, können sicherlich helfen. Ich persönlich glaube, dass die Vorratsdatenspeicherung – trotz einiger Bedenken – hilfreich sein kann und auch kommen wird. Außerdem ließe sich die globale Kooperation der Geheimdienste vermutlich noch verbessern. Letztendlich lassen sich damit aber nur Symptome bekämpfen, nicht die Ursache. Toleranz und Respekt für andere Religionen sind hier genauso gefragt wie die Freiheit, sich auch kritisch äußern zu können. (siehe KÖPFE).

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Christoph Baltzer.

Siehe auch die FAQ von Terrorversicherungs-Spezialist Extremus mit Antworten auf Fragen wie: “Warum wurde die Terrorgefahr weltweit aus den Sach- und BU-Deckungen ausgeschlossen?”, “Wie kann sich der Einzelkunde versichern?” oder “Wie unterscheiden sich ausländische Policen von der Terrorpolice der Extremus Versicherungs-AG?”. (vwh)

Bild: Jan-Oliver Thofern, Chairman und Chief Executive Officer (CEO) von Aon Benfield Deutschland. (Quelle: vvw)

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