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Berufsunfähigkeitsversicherung – zwischen Risiko und Rendite

17.12.2013 – Berufsunfähigkeitsversicherungen werden zu einem immer wichtigeren Geschäftsfeld der Versicherer. Gemäß Zahlen des GDV wuchs der Bestand inklusive Zusatzversicherungen bis Ende 2012 auf über 17 Millionen Verträge. Doch wie läuft das Geschäft mit den Berufsunfähigkeitsversicherungen und welche Entwicklungen kommen auf die Versicherer in den nächsten Jahren zu?

Trotz dieser hohen Zahl an Verträgen, rechnerisch verfügen gut 40 Prozent der Beschäftigten über eine Berufsunfähigkeitsversicherung, will der Gesetzgeber weitere Anreize bieten, um die Zahl der gegen Berufsunfähigkeit Versicherten zu steigern. Mit dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz wird die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit daher stärker gefördert. Die daraus resultierenden neuen Tarife, die Anfang 2014 auf den Markt kommen werden, weisen jedoch einen gravierenden Unterschied zur bisher bekannten Berufsunfähigkeitsversicherung auf. Bisher überbrückte die Versicherung die Zeit zwischen Zeitpunkt der Berufsunfähigkeit bis zum Rentenalter. Die neuen, geförderten Tarife sollen, das war politisch gewollt, eine lebenslange Rentenzahlung leisten und werden daher deutlich teurer sein als die bisherigen Angebote.

Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen müssen sich daher auf einen zunehmend unübersichtlicheren Markt einstellen. Die Parallelität von klassischen und nach dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz gesetzlich geförderten Berufsunfähigkeitsversicherungen wird den Markt komplexer machen. Hinzu kommt, dass zunehmend im Ausland bereits lang erprobte Produkte wie die sogenannten Dread Disease Versicherungen, die nur bei zuvor definierten Krankheitsbildern zahlen, in Deutschland zunehmend als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung empfohlen werden.

Auch die Leistungsseite wird für die Versicherer zunehmend herausfordernd. Das Segment der wegen psychischer Erkrankungen Berufsunfähigen nahm von 2008 bis 2013 um 40 Prozent zu. Diese Erkrankungen sind jedoch schwieriger nachzuvollziehen und zu prüfen. Die Zahl der Fälle von Berufsunfähigkeit wegen Erkrankungen des Bewegungsapparates und Herz-Kreis-Erkrankungen hat im genannten Zeitraum abgenommen. Muskel-Skelett-Erkrankungen haben nach einer Auswertung der DAK jedoch den größten Anteil an Krankschreibungen. Die Versicherer müssen daher auch im Hinblick auf die Berufsunfähigkeit, trotz des Anstiegs der psychischen Erkrankungen, großes Augenmerk auf diesen Krankheitsbereich legen. Das Projekt eumusc.net, eines der größten EU-finanzierten Gesundheitsprojekte, stellte Mitte Oktober seine Ergebnisse vor. Muskel-Skelett-Erkrankungen sind die kostspieligsten Krankheitsbilder, betreffen ein Viertel aller Europäer und machen ein Drittel der Invaliditätsfälle in Europa aus. Diese Forschungsergebnisse machen deutlich, dass auf die Versicherer große Themen zukommen. (mh)

Link: EU-Forschung – Rheumatische und Muskel-Skeletterkrankungen sind die kostspieligsten in Europa und die häufigste Ursache für Invalidität

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