Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

bAV: Lebensversicherer nicht vom Wettbewerb ausschließen

09.03.2015 – Arteaga_DLA_PiperEin Beitrag zur aktuellen Diskussion zur bAV von Marco Arteaga, Partner bei DLA Piper und ehemaliger Vorstand der Zurich Lebensversicherung. Wenn es den Versicherern gelingen sollte, das attraktivste Angebot bereitzustellen, warum sollte man sie dann vom Wettbewerb ausschließen? Es gibt rund 13 Millionen Menschen in Deutschland, die in diesem Fall wohl keine Einwände hätten.

Etwas überspitzt könnte der aktuelle Diskussionsentwurf wie folgt formuliert werden: Wir wollen die betriebliche Altersversorgung fördern, wir wollen die Tarifparteien dafür zu kollektiven Lösungen ermuntern und die daraus entstehenden Versorgungssysteme sollen so kosteneffizient wie nur möglich strukturiert sein. In diesem Zusammenhang sollen keinerlei Abschlussprovisionen fließen, denn den Vertragsabschluss machen die Tarifpartner.

Und die Lebensversicherer brauchen wir für das Ganze nicht, würde der sachkundige Leser gedanklich ergänzen.

Aus der Sicht der Lebensversicherer zeichnet sich ab, dass die Reform auf Lösungen der betrieblichen Altersversorgung setzen wird, die weder den in den letzten Jahren verbreiteten Versicherungslösungen ähneln werden noch Ansätze verfolgt, die die Versicherer als Geschäftsfelder bearbeiten könnten.

Erbost, empört, mit Unverständnis reagieren manche innerhalb der Branche. Andere hingegen werden nachdenklich und still. Sie fragen sich, wie es dazu kommen konnte, dass auf der Ebene der politischen Entscheidungsträger offensichtlich die Lebensversicherer immer mehr als ein Teil des Problems und nicht mehr als Teil der möglichen Lösung angesehen werden. Hierfür mag es viele Gründe geben. Aber sicherlich gehören die höchst unterschiedlichen, ja widersprüchlichen Meldungen aus der Branche dazu.

Dem BMAS wäre zu raten, die Versicherer doch zum Wettbewerb zuzulassen. Sie sollen mit ihren Pensionsfonds und Pensionskassen bzw. ihren (kollektiven) Rückdeckungsversicherungen Leistungsniveaus
anbieten, die kein anderer Anbieter schlägt. Sollte das gelingen, ließe sich schwerlich etwas gegen ihre Beteiligung auch an tarifvertraglich organisierter Altersversorgung sagen.

Es dürfte für die Versicherer entlastend wirken, dass sie zur Insolvenzsicherung auf den Sicherungsfonds der Lebensversicherungen i.S.d. §§ 124 ff. VAG rekurrieren könnten und keine Insolvenzsicherung über den PSVaG benötigen würden.

Ferner wären auch die vieldiskutierten Abschluss- bzw. Vertriebskosten bei Versicherungslösungen drastisch reduziert, wenn Gruppen- bzw. Kollektivversicherungstarife gewählt werden können. Schon heute entfallen sie bei sogenannten „Direktionsgeschäften“ häufig vollständig.

Bild: Marco Arteaga ist Partner der internationalen Anwaltssozietät DLA Piper UK LLP und war bis Ende 2013 bei der Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung Vorstand für das Ressort betriebliche Altersversorgung. (Quelle: DLA Piper)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten