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Attraktivität und Reformbedürftigkeit der Wohngebäudeversicherung

05.08.2013 – retterDie Schäden durch Flut, aber ebenso Sommerstürme und Hagel, haben wieder gezeigt, wie essentiell Wohngebäudeversicherungen für Hauseigentümer sind. Doch die Sparte der Wohngebäudeversicherer ist seit Jahren vor allem bei privaten Anbietern defizitär.
Im Gegensatz zu anderen Versicherungssparten halten die Versicherer im Einflussbereich der öffentlichen Hand einen sehr hohen Marktanteil bei den Wohngebäudeversicherungen, nämlich gut 50 Prozent.
Größter Wohngebäudeversicherer in Deutschland, gemessen an der Zahl der Verträge, ist die Versicherungskammer Bayern. Der hohe öffentlich-rechtliche Anteil liegt zum Teil daran, dass gerade bei Baufinanzierungen im Bereich der öffentlich-rechtlichen Institute die Wohngebäudeversicherung von verbundenen Anbietern stammt. Zudem halten im öffentlich-rechtlichen Bereich starke regionale Anbieter seit jeher hohe Marktanteile, beispielsweise die Versicherungskammer Bayern oder die Provinzial Nordwest.
Aufgrund der zunehmenden Naturkatastrophen in den letzten Jahren hat sich die Wohngebäudeversicherung fest als Verlustsparte für die Versicherungsunternehmen etabliert. Verschiedene Studien, unter anderem der im Dezember 2012 erschienene „Branchenmonitor 2009 bis 2011 Wohngebäudeversicherer“, geben Größenordnungen von 80 bis 90 Prozent der Versicherer an, die mit der Sparte Wohngebäudeversicherungen im roten Bereich fahren. Dennoch herrscht nach wie vor Preiswettbewerb, weil viele Versicherer sich Zusatzgeschäfte durch die im Wohngebäudebereich gewonnenen Kunden erhoffen. Aber nur die Hälfe der Versicherer schafft es gemäß einer Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher tatsächlich, die Verluste im Wohngebäudebereich durch Zusatzgeschäft mit den Kunden in anderen Sparten auszugleichen.
Es setzt sich daher langsam die Erkenntnis durch, dass Tarifsteigerungen unausweichlich sind und das Halten der Versicherten um jeden Preis nicht mehr zielführend ist. Ergo versuchte im Mai 2013, über 100 000 Verträge auf einen teureren Tarif umzustellen und wurde prompt vom Bund der Versicherten als „rabiater Vorreiter“ bezeichnet. Diese Aussage lässt erahnen, dass in der Wohngebäudesparte in nächster Zeit einiges passieren wird und weitere Versicherungsunternehmen nachziehen, die ein Verlustdasein der Sparte nicht mehr länger hinnehmen.

Foto: Wohngebäudeversicherung als Türöffner (Quelle: fotolia/ Rafael Ben-Ari)

Links: inovexx.de, Beitrag auf spiegel.de, Beitrag auf handelsblatt.de

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