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Arag: Rund 10.000 Mediationen im Jahr

08.04.2015 – arag_hanno_petersenDie Möglichkeit der Mediation werde von den Kunden sehr gut angenommen, weiß Arag-Konzernvorstand Hanno Petersen zu berichten. So vermittelte die Arag jedes Jahr etwa 10.000 Mediationen: In zwei von drei Fällen ließ sich der Rechtsstreit auf diese Weise beilegen, sagt Petersen. VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte sprach mit Petersen zum Thema Mediation als zusätzliches Angebot des Versicherers.

VWheute: Die ARAG ist einer der ersten Versicherer gewesen, der die Mediation als Leistungsbestandteil ihrer Rechtsschutzversicherung angeboten hat. Was sind dafür die Beweggründe, und was ist versichert?

Hanno Petersen: Der klassische Kostenschutz ist noch eine Möglichkeit unter vielen, mit denen wir unseren Rechtsschutzkunden zur Seite stehen. Die ARAG hat schon sehr früh Präventionsleistungen angeboten, die dabei unterstützen, eine Eskalation der juristischen Auseinandersetzung möglichst schon im Vorfeld zu vermeiden. Rechtliche Streitigkeiten werden von den Betroffenen oft als emotional belastend empfunden – vor allem, wenn Anwälte oder das Gericht eingeschaltet werden und sich der Streit über längere Zeit erstreckt. Passende Präventionsangebote können hier besonders helfen.

VWheute: So zum Beispiel?

Hanno Petersen: Unser Anwaltstelefon Arag JuraTel bietet eine schnelle und kompetente Orientierung zu rechtlichen Fragen. Ein weiteres passendes Angebot ist die Mediation. Diese Konfliktlösungsmöglichkeit haben wir als einer der ersten Anbieter als festen Bestandteil von Rechtsschutzpolicen integriert. Die vermittelnde Tätigkeit eines Mediators hat sich in vielen Fällen als sehr erfolgreich erwiesen. Er spricht mit beiden Parteien mit dem Ziel, einen gemeinsamen Konsens zu schaffen. Bei geeigneten Rechtsstreitigkeiten vermitteln wir auf Wunsch den Mediator und übernehmen bedingungsgemäß die Mediationskosten. Es gibt aber auch Auseinandersetzungen, für die kein klassischer Kostenschutz für Anwaltsleistungen und Gerichte besteht – weil sie nicht versichert oder nicht versicherbar sind. Nicht jeder Kunde hat beispielsweise familienrechtliche oder erbrechtliche Streitigkeiten mit abgesichert. Als unser Rechtsschutzkunde kann er jedoch auch zu diesen Themengebieten eine Mediation in Anspruch nehmen – hier gibt es keine Ausschlüsse.

VWheute: Die Mediation erspart oftmals langandauernde Prozesse. Wie erfolgreich setzen Sie dieses Leistungsangebot und in welchen Fällen ein?

Hanno Petersen: Wir stellen fest, dass die Mediation bei unseren Kunden hervorragend angenommen wird. Vielen ist die Mediation als Konfliktlösungsmöglichkeit noch gar nicht bekannt, und wir klären darüber entsprechend auf. Mittlerweile vermitteln wir pro Jahr rund 10.000 Mediationen. Dabei gelingt es in zwei von drei Fällen, dass der Streit beigelegt werden kann. Sehr erfolgreich lässt sich die Mediation beispielsweise im Arbeits-, Wohnungs- und Grundstücksrecht einsetzen. Also überall dort, wo die beiden Parteien auch nach dem Streit in engerem Kontakt miteinander stehen. Vertragsangelegenheiten bieten sich aus unserer Erfahrung ebenfalls für eine Mediation an.

VWheute: Wann raten Sie von Mediation ab?

Hanno Petersen: Natürlich ist nicht jeder Rechtsstreit für eine Mediation geeignet. und wir wägen bei jedem Fall ab, ob wir sie empfehlen können. Keinen Sinn macht eine Mediation, wenn bei der Gegenseite keine Gesprächs- und Verhandlungsbereitschaft besteht. Besteht eine solche Bereitschaft, ist diese alternative Konfliktlösungsmöglichkeit jedoch aus unserer Sicht einen Versuch wert, wenn beispielsweise ein schnelles Verfahren bevorzugt wird, wenn Wert auf eine eher vertraulich-geräuschlose Abwicklung gelegt wird oder wenn eine bestehende Beziehung auf privater oder auch geschäftlicher Ebene erhalten und fortgeführt werden soll.

VWheute: Der Vorwurf lautet oftmals, dass mit Mediation der Versicherer Kosten zu Lasten des gerichtlichen Rechtsschutzes einsparen will. Stimmt das?

Hanno Petersen: Nein. Wie erläutert, eignen sich nur gewisse Fälle für eine Mediation. Führt die Mediation einmal nicht zu einer Beilegung des Rechtsstreits und das Rechtsgebiet ist versichert, tragen wir natürlich auch zusätzlich die Kosten für die anwaltliche und gerichtliche Interessenvertretung. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden Mediation gerade auch dann an, wenn kein klassischer Deckungsschutz besteht.

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