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Alternative Garantieformen und die Zukunft der klassischen Lebensversicherung

28.11.2013 – Schon seit einiger Zeit wird vor dem Hintergrund historisch niedriger Kapitalmarktzinsen und einer zunehmenden Belastung der deutschen Lebensversicherer durch die Zinszusatzreserve über die Einführung neuartiger Garantieprodukte diskutiert. Manche Unternehmen scheinen in neuen Formen der Garantie sogar die Lösung aller Probleme zu sehen. Eine differenzierte Betrachtung ist hierbei jedoch angebracht.

Ein Beitrag von Dr. Guido Bader

Zunächst muss man konstatieren, dass die derzeitigen Schwierigkeiten nicht aus den aktuellen Garantien resultieren, sondern aus den hohen Zinsversprechen der vergangenen Jahrzehnte, die heute und noch für etliche Jahre in den Beständen der Lebensversicherer vorhanden sind. Eine Abkehr von den traditionellen Klassik-Produkten stellt somit keine Lösung der Bestandsprobleme dar. Bestenfalls bringen die neuen Produkte den Unternehmen in vielen Jahren eine gewisse Entlastung. Ob diese Entlastung beim aktuellen Garantiezins von 1,75 Prozent jedoch nennenswert sein wird, wird die Zukunft zeigen.

Ganz entscheidend für den Erfolg neuartiger Garantieprodukte wird jedoch sein, dass diese aus der Perspektive des Kunden gedacht und entwickelt werden. Bei manchen öffentlichen Diskussionen entsteht bisweilen der Eindruck, dass Risikomanagementüberlegungen und Solvency II die Produktentwicklung treiben. Dies kann und wird nicht zu brauchbaren Lösungen führen. Um es plakativ zu sagen: Ein aus Risikoaspekten besonders geeignetes Produkt bringt auch nur dann eine Entlastung, wenn es in größerem Umfang verkauft wird. Nur diejenigen Unternehmen, deren neuartige Garantieprodukte auch einen Mehrwert für die Kunden aufzeigen, werden erfolgreich sein.

In den kommenden Jahren werden wir zahlreiche sehr unterschiedliche Garantieprodukte im deutschen Markt sehen. Teilweise werden dies kapitalmarktorientierte Produkte mit endfälligen Garantien sein. Teils wird es sich um Produkte handeln, die weiterhin in den  Deckungsstock investieren, jedoch mit geringeren Garantien als die heutige Klassik. Es wird auch entscheidend von der Finanzstärke, der Ertragserwartung und der Philosophie des jeweiligen Unternehmens abhängen, welchen Weg es einschlagen wird. Über den Erfolg werden aber letztlich unsere Vermittler und unsere Kunden entscheiden.

Dr. Guido Bader, Vorstand der Stuttgarter Versicherungen a.G. und Stuttgarter Versicherung AG in den Ressorts: Mathematik, Leben, Kundenservice und Kooperationsvertrieb.

Über die Einschätzung des Marktes äußerte sich Guido Bader in diesem Interview.

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