Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Klassik light: Alternative Ausgestaltung von Lebensversicherungen

30.07.2015 – Treptow_PrivatVon Kapitalanlagemanager Thomas Treptow. Die Ausgestaltung von Lebensversicherungen mit Beitragsgarantien wird in der jüngsten Zeit als Möglichkeit gesehen, den Absatz von Produkten mit laufenden Beiträgen zu erhöhen. Allerdings handelt es sich üblicherweise um ein konventionelles Lebensversicherungsprodukt, sodass weiterhin eine Überschussberechtigung besteht.

Aus kalkulatorischer Sicht wird mit Beitragsgarantien die Möglichkeit verbunden, die anfallenden Garantiekosten zu senken. Modelltechnisch resultieren daraus niedrigere Garantiekosten sowie annahmegemäß höhere Freiheitsgrade im Kapitalanlagemanagement.

Ob für die Versicherungsnehmer ein Produkt mit Beitragsgarantie attraktiv ist, hängt von verschiedenen Aspekten ab. Vor allem geht es in diesem Zusammenhang um die Kostensituation des Produktes und das Rendite-Risiko-Verhältnis im Kapitalanlageportfolio des Versicherers.

Durch die Entscheidung für eine Beitragsgarantie kann eine gewisse Risikoaversion unterstellt werden. Dabei sorgt die asymmetrische Wirkung der Garantie dafür, dass die Versicherungsnehmer “nach unten abgesichert sind.”

Ein kosteneffizienter Versicherer hat die Möglichkeit, im Sinn einer verursachungsgerechten Kalkulation, ein Beitragsgarantieprodukt mit gering eingerechneten Kosten anzubieten. Ist die erwartete Kapitalanlagerendite im Verhältnis zur Kostensituation vergleichsweise hoch und die Schwankungsbreite der Rendite gering, ist die Situation für den Versicherungsnehmer vorteilhaft. Er kann eine attraktive Rendite erwarten.

Das Risiko, dass diese außerordentlich niedrig ausfällt und er “lediglich seine Garantie erhält” ist gering. Ist die Schwankungsbreite der Rendite bei gleicher erwarteter Rendite dagegen hoch, so besteht zwar die Chance, außerordentlich hohe Kapitalanlagerenditen zu erwirtschaften, die dem Versicherungsnehmer im Wesentlichen zu Gute kommen, andererseits ist damit auch ein höheres Risiko verbunden, dass eine außerordentlich geringe Rendite realisiert wird.

Solange der Versicherer dabei ausreichend solvent und solide finanziert bleibt, kann dies im Sinne der Versicherungsnehmer sein. Für den Versicherer besteht dabei die Gefahr, dass auch außerordentliche negative Kapitalanlageergebnisse möglich und wahrscheinlicher werden, die ausschließlich von ihm beziehungsweise den Anteilseignern zu tragen sind.

Bild: Thomas M. Treptow arbeitet im Kapitalanlage­management. Die hier dargelegten Aussagen stellen die Meinung des Autors dar. (Quelle: Privat)

bestellen_vwh

Ausführlicher Expert mit Grafiken: Aktiv gegen die Kostenspirale. Attraktivität erhöhen mit Beitragsgarantien, in VW 7/15 (Einzelbeitrag zu 3,81 Euro)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten