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Allianz will digitale Führerschaft

25.11.2015 – oliver_baete_allianz“Die Allianz ist gut aufgestellt und kann diesen Transformationsprozess anführen, indem wir uns noch stärker an unseren Kunden orientieren, unsere Leistung weiter steigern und in die Digitalisierung investieren”, sagt Oliver Bäte. Der neue Allianz-Chef hat gestern seine Ziele für die kommenden drei Jahre vorgestellt. Nachholbedarf sieht er vor allem bei der Ausrichtung auf den Kunden, den Kapitalkosten, Wachstumsambitionen und der Produktivität.

Die Gruppe will ab 2018 jährlich eine Milliarde Euro an wiederkehrenden Produktivitätsgewinnen erzielen. Im Wesentlichen soll dies durch eine umfassende Umstellung auf digitale Prozesse erreicht werden. “Bis dato haben wir durch Produktivitätssteigerungen nur die Lohnsteigerung ausgeglichen”, sagte Oliver Bäte beim Investorentag in München. “Das muss sich ändern.” Allein in der Umstellung auf papierlose Kommunikation sieht er immenses Potenzial. Regulatorische Vorgaben verhindern das.

Glückliche Kunden gibt es nur mit motivierten Mitarbeitern. Und ohne motivierte Mitarbeiter gibt es keine glücklichen Kunden, stellt Oliver Bäte heraus. Der “Net Promoter Score” (NPS) soll nun als fester Bestandteil in den gruppenweiten Planungsprozess mit direktem Einfluss auf die variable Vergütung aufgenommen werden. Diese Kennzahl, die die Bereitschaft von Kunden misst, Allianz an Freunde und Kollegen zu empfehlen, sei bereits in der Allianz Gruppe etabliert. Leistung soll sich für Mitarbeiter lohnen. Ein so genannter Inclusive Meritocracy Index IMIX, der Leistung, Qualität der Mitarbeiterführung und Integrität misst, soll bis 2018 von 68 auf 72 Prozent gesteigert werden.

Die Assistance soll eine der Säulen sein, die Marktführerschaft auszubauen. Oliver Bäte verwies darauf, dass der Überschuss sich hier innerhalb weniger Jahre von 1,5 auf drei Mrd. Euro verdoppelt habe. Bis 2018 will die Allianz Assistance-Services in sämtlichen Produktlinien implementiert haben, als zentrales Kennzeichen für Orientierung am Kunden.

Bei Produkten wie Kranken- und Lebensversicherung will er nur noch Garantien geben, die auch abzusichern sind. Den Anteil klassischer Garantien hat die Allianz seit 2013 von 52 auf 36 Prozent heruntergefahren. Im Rahmen des Drei-Jahres-Plans soll dieser Anteil weiter deutlich sinken.

“Wir brauchen mehr Milliardenmärkte”, sagte Bäte. Aktuell erwirtschaften Pimco, der deutsche und der italienische Markt einen operativen Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro. In den kommenden drei Jahren sollen weitere Märkte und Sparten aufschließen. Ob das durch Zukauf oder Konsolidierung erfolgt, entscheide der Einzelfall.

Imagewirkung dürfte die Ankündigung haben, sich aus klimaschädlichen Investitionen zu verabschieden. Gegenüber Frontal 21 erklärte Chefinvestor Andreas Gruber, dass dafür der Anteil der Geldanlagen in Windenergie von zwei auf vier Milliarden verdoppelt werden soll. Auf vier Milliarden der zwei Billionen Euro an Kapitalanlagen schätzt das Magazin den Anteil an klimaschädlichen Investitionen.

Kontinuität und Erneuerung: Die Allianz will ihr Ergebnis je Aktie von 2016 bis 2018 um durchschnittlich fünf Prozent steigern. Die Gruppe peilt bis 2018 eine Eigenkapitalrendite von 13 Prozent (2014: 11,9 Prozent) an, bereinigt um nicht realisierte Kapitalgewinne und -verluste aus Anleihen sowie um andere Positionen. Mindestens drei Viertel der Geschäftseinheiten des Konzerns sollen besser abschneiden als der Marktdurchschnitt. Bäte: “Die Allianz steht auf einem starken Fundament. Es bildet die ideale Grundlage für zusätzliches Wachstum.“ (vwh/ku)

Bild: Allianz-Chef Oliver Bäte setzt auf die digitale Karte. (Quelle: Allianz)

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