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Allianz-Konzern ist auf den klassischen Märkten erfolgreich

27.02.2015 – Flaggen-AllianzDie Allianz SE konnte im Geschäftsjahr 2014 den Umsatz um 10,4 Prozent auf 122,3 Mrd. Euro steigern und den auf die Anteilseigner entfallenden Jahresüberschuss um 3,8 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Und dies trotz der für die Assekuranz weltweit recht schwierigen Rahmenbedingungen – und obwohl auch intern nicht alles ganz rund lief.

Lange Zeit präsentierte sich das Segment Asset Management schlicht als die Wachstums- und Ertragsperle des Allianz-Konzerns. Das war im Geschäftsjahr 2014 anders, nachdem die Tochter Pimco aufgrund von Personalquerelen als Folge des Ausstiegs von Firmengründer Bill Gross in Turbulenzen geriet. Hier gingen die operativen Erträge deshalb um 10,8 Prozent auf 6,39 Mrd. zurück. Das verwaltete Vermögen Dritter reduzierte sich von 1.361 Mrd. auf 1.313 Mrd. Euro, legte insgesamt aber um 1,8 Prozent auf 1.801 Mrd. Euro zu. Inzwischen, so zeigte sich Vorstandschef Michael Diekmann überzeugt, sind die Anpassungs-Probleme bei Pimco jedoch ausgestanden. Allianz Global Investors, die zweite Säule des Allianz Asset Managements, glänzte im Berichtsjahr ohnehin erstmals mit einem operativen Ergebnis von 400 Mio. Euro.

Andernorts wurden 2014 ebenfalls erhebliche Anpassungsmaßnahmen erforderlich. So wegen der Ukraine-Krise im Russland-Geschäft, wo sich die Allianz aus dem Sachversicherungsgeschäft mit Privatkunden weitgehend zurückzog. In den USA, wo die Tochter Fireman’s Fund nach wie vor Probleme bereitete, verabschiedete sie sich ebenfalls endgültig von den Privatkunden und verkaufte diesen Geschäftsbereich an den Konkurrenten ACE. Die Firmenkunden wurden der Industrieversicherungs-Tochter AGCS zugeschlagen. In Lateinamerika lief es aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung dort ebenfalls nicht gerade erfreulich.

Die erforderlichen Maßnahmen zur Neuausrichtung belasteten das Ergebnis alles in allem mit rund einer halben Milliarde Euro, ließ Diekmann wissen. Unterm Strich erzielte der Konzern trotzdem einen auf die Anteilseigner entfallenden Jahresüberschuss von 6,2 Mrd. Euro. Das waren 3,8 Prozent mehr als 2013. Die Aktionäre sollen deshalb – und wegen der angekündigten Erhöhung der Ausschüttungsquote von 40 auf 50 Prozent – mit einer von 5,30 auf 6,85 Euro erhöhten Dividende am Erfolg beteiligt werden.

Der Konzern-Umsatz kletterte insgesamt sogar um 10,4 Prozent auf 122,3 Mrd. Euro. Dazu trug das Segment Schaden/Unfall Bruttobeiträge in Höhe von 48,3 Mrd. Euro bei. Das waren 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. In der Lebens- und Krankenversicherung stiegen die Beitragseinnahmen sogar um 18,6 Prozent auf 67,3 Mrd. Euro.

Als Wachstumstreiber erwiesen sich im Berichtsjahr dabei offenbar insbesondere die eher klassischen Märkte. So legte in der Schaden- und Unfallversicherung vor allem das um 18 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro gewachsene Privatkundengeschäft in Großbritannien kräftig zu. In Deutschland wuchs es aber ebenfalls um immerhin 2,9 Prozent auf 9,5 Mrd. Euro.

Das Segment Lebens- und Krankversicherung brummte vor allem in den USA das Geschäft mit einem Umsatzplus von 61,8 Prozent auf 11,8 Mrd. Euro. In Italien zog es um 34,4 Prozent auf 11,3 Mrd. Euro an und bei der Allianz Leben in Deutschland um 11,8 Prozent auf 19 Mrd. Euro. Gefragt waren laut Diekmann bei den amerikanischen Kunden vor allem indexgebundene Rentenprodukte, in Italien und Deutschland kapitalmarktgebundene Offerten. Daraus leitet der Allianz-Chef ab, dass sich das Sparverhalten der Kunden verändert und für sie jetzt die Kombination aus Rendite und langfristiger Sicherheit mit überschaubarem Risiko ausschlagegebend ist.

Viel Glück hatte die Allianz in der Schaden- und Unfallversicherung 2014 bei den Schäden aus Naturkatastrophen. Die Schaden-Kosten-Quote verharrte dadurch insgesamt auf dem sehr günstigen Wert von 94,3 Prozent, das operative Ergebnis verbesserte sich um 2,2 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro. In der Lebens- und Krankenversicherung stieg es sogar um 22,6 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro, nachdem trotz des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes das operative Kapitalanlageergebnis sogar noch um 0,6 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro zulegen konnte.

Das ist laut Finanzchef Dieter Wemmer “eine wirklich tolle Leistung”. Vorsichtshalber kündigte er allerdings schon an, dass “wir das 2015 wahrscheinlich nicht halten können”. (rem)

Bildquelle: Allianz

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