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AGV sieht mit Sorge in die Zukunft – Politik gebiert Unsicherheit

09.07.2014 – agv_hopfner_150Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer und Spezialist für den Bereich Tarifrecht, Umstrukturierung/Betriebsübergang und Betriebliche Altersversorgung, Sebastian Hopfner, bringt im Exklusiv-Interview mit VWheute seine Sorge um die politischen Rahmenbedingungen zum Ausdruck. Im Vorfeld des heutigen Jahrestages der Arbeitgeber in der Versicherungswirtschaft (AGV) in München äußerte sich Hopfner zu den Erwartungen der Branche für die zweite Jahreshälfte 2014:

Hopfner: Wir sehen die Entwicklungen in der Politik mit sehr großer Sorge, denn man muss den Eindruck gewinnen, dass differenzierte Betrachtungen, gerade wie sie in der Sozialpolitik notwendig sind, nicht mehr durchdringen. Und sich die Politik hier von Stimmungen leiten lässt.

VWheute: Was steht denn im Vordergrund der diesjährigen AGV-Mitgliederversammlung? Welche Gestaltungsfragen stehen an?

Hopfner: Die Schwerpunkte der AGV-Mitgliederversammlung werden die aktuellen, sehr erheblichen gesetzgeberischen Maßnahmen im Bereich der Sozialpolitik sein, wie insbesondere die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, sowie die Einführung der Rente mit 63, die damit verbundenen erheblichen Auswirkungen auf die Tragfähigkeit des Rentenversicherungssystems, und ferner ein weiterer Schwerpunkt ist, im Anschluss an die Mitgliederversammlung die Tagung des Beirates “Frauen in Führung”, die dazu dienen soll, dass die Beteiligung von Frauen in Führungspositionen in der Branche noch weiter zunimmt. Wir sind da auf sehr gutem Weg. Wir haben durch die Maßnahmen, die wir letztes Jahr eingeleitet haben, aus den Unternehmen ein sehr großes und sehr positives Feedback erhalten und meinen, mittlerweile auch bei der Politik Gehör zu finden, dass die Ansprüche dort teilweise an die Wirtschaft herangetragen werden, nicht so schnell erfüllt werden können, wie erwartet.

VWheute: Wo sind beim Thema Mindestlohn und Rente mit 63 die Knackpunkte?

Hopfner: Die Versicherungsbranche ist zum Glück als Branche selbst von diesen beiden Maßnahmen, zumindest auf der Kostenseite, nicht unmittelbar betroffen. Es ist allerdings zu befürchten, dass sich das Thema Mindestlohn auf die Tarifpolitik auswirken kann und wir werden natürlich sorgsam darauf achten, dass die Entwicklung des gesetzlichen Mindestlohns nicht die Leitlinie sein wird für unsere Tarifvertragsabschlüsse.

VWheute: Inwieweit wirken die neuen Gesetze zur Lebensversicherung und Pflege in die Beschäftigungsstrukturen der Unternehmen hinein?

Hopfner: Es gibt zu dieser Frage noch keine gesicherten Erkenntnisse. Es gibt allenfalls mittlerweile in den Unternehmen Versuche, die Auswirkungen zu berechnen und es besteht natürlich die Sorge, dass sich diese gesetzgeberischen Maßnahmen auf die Beschäftigung auswirken können.

VWheute: Welche Zwischenergebnisse gibt es beim Thema “Frauen in Führung” konkret?

Hopfner: Die Zwischenergebnisse haben wir bereits im Frühjahr kommuniziert und die zeigen, dass alle Unternehmen in der Versicherungsbranche inzwischen eine sehr, sehr hohe Sensibilität für das Thema entwickelt haben und die Beteiligung in der F1-Ebene, also Vorstände und auch auf der F2-Ebene, zunimmt und zwar nicht marginal, sondern deutlich.

Das Interview führte VWheute-Redakteur Alexander Kaspar.

Bild: AGV-Geschäftsführer Sebastian Hopfner ist skeptisch, was die Politik angeht. (Quelle: AGV)

Link: AGV-Frauen in Führung

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