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AGV: Kein Arbeitsplatzabbau in der Versicherungsbranche

05.11.2014 – Michael-NieblerLangfristigkeit, Stabilität, Sachlichkeit und Vertrauen. Das sind die Säulen, auf denen die deutsche Versicherungsbranche ruht. Während landesweite Streiks Wirtschaft und Arbeitnehmer in Atem halten, präsentiert sich die Versicherungswirtschaft als Hort des Konsens. Im Gespräch mit VWheute benennt Michael Niebler, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV), die Gründe dafür.

VWheute: Wie will die Versicherungsbranche gewährleisten, auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben?

Michael Niebler: Durch stabile Arbeitsplätze. Die Versicherungswirtschaft ist eine Branche mit hoher Konstanz: Wir haben in Zeiten des Aufschwungs nicht die Wachstumsraten wie die Exportwirtschaft, aber wir leiden in Zeiten der konjunkturellen Eintrübung – also in Tagen wie diesen – nicht so stark wie zum Beispiel die Metallindustrie. Das erlaubt eine langfristige Personalpolitik.

Derzeit beherrschen Streiks bei Bahn und Lufthansa die Nachrichten und öffentliche Diskussionen. In der Versicherungsbranche sind solche Meldungen Mangelware. Woran liegt es, dass die Tarifpartnerschaft hier so gut funktioniert?

Man muss einräumen, dass Branchen der Daseinsvorsorge mit einem hohen Anteil an gewerblichen Arbeitnehmern und hohem gewerkschaftlichen Organisationsgrad “streikanfälliger” sind als zum Beispiel Banken und Versicherungen. Dessen ungeachtet pflegen wir mit den Gewerkschaften des Finanzdienstleistungssektors einen kontinuierlichen, sachlichen Dialog. Das verhindert so aggressive Auseinandersetzungen, wie sie vor allem die GDL in die deutsche Tarifpolitik trägt. Ich hoffe, die GDL schafft da keine Nachahmungseffekte.

Immer wieder schrecken Umstrukturierungen die Beschäftigten in der Versicherungsbranche auf. Geht es mit dem Abbau von Arbeitsplätzen bei den Versicherern in dem Tempo so weiter?

In der Versicherungswirtschaft gibt es aktuell keinen Arbeitsplatzabbau “mit Tempo”. Es herrscht in unserer Branche – vereinfacht gesagt – in Summe nahezu Beschäftigungsstabilität. Differenziert gesagt: Im letzten Jahr wurden von den Versicherern 0,65 Prozent aller Arbeitsverhältnisse abgebaut, dies bei einer natürlichen Fluktuation von 4,0 Prozent. Das heißt, dass fünf von sechs frei gewordenen Arbeitsplätzen nachbesetzt worden sind. Die vielen Versicherungsunternehmen, die ihre Belegschaften halten oder gar ausbauen, stehen nicht in der Zeitung. Man hört nur von den wenigen, die ihre Personalstärke reduzieren wollen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Alexander Kaspar.

Bild: Michael Niebler, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV). (Quelle: AGV)

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