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56 Prozent der Deutschen wollen bAV zur Pflicht

23.08.2013 – rentner-auf-bankAus einer Studie von Allianz Global Investors geht hervor, dass die Inflation der kommenden Rentnergeneration die größten Sorgen macht. Rund die Hälfte der 50- bis 70-Jährigen in Europa ist unsicher, ob sie ihren Lebensstandard im Ruhestand halten kann und muss deshalb zusätzlich für die Rente sparen. Und nach der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach halten nur noch 16 Prozent die Riester-Rente für sicher. Doch wie sorgen die Deutschen für die Rente vor? Verlassen sie sich auf die gesetzliche Vorsorge oder wird auch privat versichert und vorgesorgt?

Im einkommensstärksten Fünftel der deutschen Bevölkerung betreiben laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung von 2011 36 Prozent keinerlei private Altersvorsorge. Im einkommensschwächsten Fünftel der Bevölkerung sind es 65 Prozent. 16 Millionen Deutsche oder knapp 40 Prozent der Förderberechtigten nutzen aktuell die Riester-Rente, wobei dies keine Zusatzrente darstellt, sondern die 2001 beschlossene Kürzung der gesetzlichen Rente ausgleichen soll. Derzeit sinkt jedoch sogar die Zahl der Riester Verträge. Trotz eines im Vergleich zur Riester-Rente noch weit größeren Kreises Förderberechtigter gibt es derzeit lediglich 1,7 Millionen geförderte Basisrenten (Rürup-Rente). Die Zahl der Verträge der betrieblichen Altersvorsorge steigt zwar leicht, jedoch weniger stark als die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Zudem sind sowohl die Zahl der Policen als auch die Bruttobeiträge in der Lebensversicherung zuletzt leicht gesunken.
Aus dem Vorsorgeatlas 2013 geht hervor, dass ein Rentner, um seinen Lebensstandard zu halten, eine sogenannte Ersatzquote von mindestens 60 Prozent seines letzten Bruttoeinkommens als Erwerbstätiger braucht. Wer also zuletzt 3500 Euro brutto im Monat verdient hat, sollte im Ruhestand 2100 Euro brutto monatlich haben. Auch die Postbank Studie zur Altersvorsorge in Deutschland kommt zu dem Ergebnis, dass 42 Prozent der Berufstätigen in Deutschland ihre private Altersvorsorge nicht mehr verstärken wollen. Andererseits kommt die Studie aber auch zu dem Ergebnis, dass das Bewusstsein, mehr Geld in die private Altersvorsorge investieren zu müssen bei den meisten Berufstätigen offenbar durchaus vorhanden ist. Zudem befürworten 56 Prozent der Deutschen, die betriebliche Altersvorsorge in Deutschland zur Pflicht zu machen.
Eine Studie des GDV zu den Märkten für Altersvorsorge in Deutschland erkennt ebenfalls das paradoxe Verhalten der meisten Bürger – Erkennen einer Versorgungslücke, aber kein adäquates Umsetzen dieser Erkenntnis in zusätzliche eigenverantwortliche Vorsorge. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die kapitalgedeckte Altersvorsorge zumindest in der jetzt noch verbleibenden Zeit auch in Deutschland wirklich in dem Maße zu einem akzeptierten gesellschaftlichen Trend werden kann, wie es notwendig ist, um sozialpolitische Verwerfungen zu vermeiden, wenn es der Politik gelingt, einfache, transparente und vor allem verlässliche Rahmenbedingungen in der Steuer- und Sozialpolitik zu schaffen.

Links: Allianz Studie, Postbank Altervorsorge, Union Investment Vorsorgeatlas (PDF), Märkte für Altersvorsorge in Deutschland GDV (PDF)

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