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Weltkanzel Davos: Slalom der Stimmungen und Stimmen

23.01.2014 – SlalomSeit gestern ist man mittendrin in den Themen, die von der winterlichen Weltkanzel des jährlichen World Economic Forum (WEF) in Davos ausstrahlen. Wie immer Großauftrieb der Mächtigen und Wissenden dieser Welt, deren Agenda das globale wirtschaftliche und zunehmend das sozial-zivilisatorische globale Geschick ist.

Zu gerne hätte man schon im vergangenen Jahr die Trendwende hin zu mehr Sicherheit statt Krise erklärt. Und auch in diesem Jahr fallen die Signale zwischen Wachstumshoffnung und Warnungen recht widersprüchlich aus. Überhaupt kein Verständnis zeigte etwa der Top-Ökonom Kenneth Rogoff für jene Europäer, die eine weitere Integration der Euro-Zone ablehnen. Er plädierte in seiner Redebotschaft gestern für eine Fiskalunion, um die Unsicherheiten im Euroraum loszuwerden.

Nach all den Jahren der Krise sei es normal, dass man nun vor allem nach positiven Signalen schaue, konstatierte der frühere Bundesbankchef und jetzige UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber in der Runde „Ist Europa wieder da?“. Es verblieben aber alte Risiken und neue kämen hinzu. Weber nennt zwei: die Europawahl und die Auswirkungen der Stresstests für die europäischen Banken, den laut Weber einige nicht meistern werden. Sollten außerdem bei der Wahl im Mai eine Menge Euro-Kritiker ins Parlament gewählt würden, würde das die Politik in Europa erheblich verkomplizieren. „Was das bedeutet, sieht man an der Tea Party in den USA“, gab der gelehrte Top-Manager zu bedenken.

Nachrichtlich neu rücken beim WEF 2014 Bedenken hinsichtlich der Entwicklung der Emerging Markets in die Betrachtungen. In den vertraulichen Gesprächskreisen abseits der großen Foren hält man sogar eine ausgewachsene Krise für möglich. Als Gefahrenherde werden vor allem Brasilien und die Türkei ausgemacht. Solches aber wird mehr auf separaten Empfängen und in den geschlossenen Tischgesellschaften der Davoser Hotellerie traktiert, wo auch Top-Manager der Versicherer zu finden sind – etwa die Vorstandschefs von Münchener Rück und Allianz. Ein Heimspiel haben die Heads der eidgenössischen Versicherungsunternehmen. In der versammelten Wirtschaftselite wird in diesem Jahr die Präsenz der Bundeskanzlerin vermisst, während etwa der britische Premier David Cameron einen Redeaufrtitt hat und  mancherlei Beziehungsgespräche führt. Immerhin wird am kommenden Freitag Bundesfinanzminister Schäuble rhetorisch Flagge zeigen und zwar in Richtung jener Europawahl, die Weber als Risikofaktor für das erhoffte wirtschaftliche Gedeihen darstellte. Davos ist mehr ein “Network Entertainment”, wie ein britischer Korrespondent kommentierte, Brüssel dagegen sei “Hardcore”. Schäuble dürfte wohl ein Stück davon im Davoser Gepäck haben. (HKM)

Link: POLITICS

Foto: Der Polit-Slalom unterm Jakobshorn dürfte schwer werden, dieses Jahr, Sturzrisiko: Hoch. (Quelle: ak)

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