Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

VGT: Der „selbstbestimmte“ gläserne Autofahrer

30.01.2014 – DVGT-LogoLängst kann jede Bewegung des Autofahrers festgehalten, drahtlos übermittelt und analysiert werden. Was für die Notrettung sinnvoll ist, kann in anderen Fällen gefährlich für den Fahrer werden.

Daher beschäftigt sich aktuell der 52. Verkehrsgerichtstag in Goslar intensiv damit, wie angesichts der immer stärkeren Datenverfügbarkeit aus dem Auto, der Datenschutz erhalten bleiben kann. Eine hochrangige Expertendiskussion unter dem Titel „Freiheit oder Freigang?” veranstaltet das von der Huk-Coburg getragene Goslar-Institut am 30. Januar. Die umfassende und schnelle Information über Fahrbewegung, Panne oder Unfall wollen Autohersteller, Autoclubs und Versicherer für neue Serviceangebote nutzen. Dabei sollte der Autofahrer aber das letzte Wort haben. Sonst „verrät“ das Auto möglicherweise künftig den Fahrer. „Es geht darum, dass Autofahrer selbst entscheiden, ob Daten fließen und wenn ja, wer die Daten bekommt. Das muss sichergestellt werden“, fordert Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandsmitglied der Huk-Coburg Versicherung.

Derzeit gibt es bereits verschiedene Versicherer, die die Telematiksysteme im Fahrzeug testen. Dazu gehört beispielsweise die R+V aus Wiesbaden. „Rund 1.400 unserer Mitarbeiter nehmen freiwillig teil“, bestätigt R+V-Vorstand Norbert Rollinger. In Kürze startet zudem der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einen Feldversuch. „Daran werden wir uns beteiligen“, heißt es beispielsweise bei der DEVK aus Köln. Seit Anfang Januar hat die Sparkassenversicherung S-Direct einen ersten “Pay as You Drive”-Tarif auf den Markt gebracht. Wer vorsichtig fährt, erhält hier einen Beitragsnachlass. „Aktuell gehen wir aufgrund der derzeit noch hohen Kosten für eine Telematikeinheit nicht davon aus, dass sich der Einsatz eines solchen Systems rechnet, weder für den Versicherungsnehmer noch für den Versicherer“, betont Heitmann.

Vorbehalte gegen diese “freiwillige” Vorratsdatenspeicherung des Kfz-Halters haben auch Datenschützer. „Zumindest muss die Versicherung den Versicherungsnehmer klar und umfassend über den Zweck der Datenerhebung, -speicherung und -verarbeitung sowie über Löschungsregelungen informieren“, fordert der Bundesdatenschutzbeauftragte. Das dürfte wohl auch eines der Ergebnisse der Goslarer-Diskussionsrunde sein. (usk)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten