Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Unruhe um Wüstenstrom

12.07.2013 – DesertecSeit Anfang Juli spitzen sich die Kontroversen um das Wüstenstromprojekt Desertec, im Konsortium großer Unternehmensplayer zu. Eine Initiatorenrolle und Themenführerschaft bei dem Projekt, das aus den Wüsten Nordafrikas Sonnenstrom nach Europa befördern sollte, hatte von Anfang die Munich Re inne.

Mit öffentlichen Äußerungen hält man sich in Münchens Königinstraße zurück, doch auch heute wurde an der Beilegung der Krise in den Denkstäben gearbeitet, gerade auch im Hinblick auf öffentliche Irritationen, wie sie gestern in dem SZ-Hauptkommentar „Versandete Vision“ zum Ausdruck kamen.
In der Tat ist das Projekt inzwischen mit vielen Fragezeichen behaftet. Stifter und einige große Unternehmen haben sich bereits zurückgezogen, ein offener Machtkampf in der Führung des Unternehmenskonsortiums wurde am Dienstag entschieden – zugunsten einer Ausrichtung, die auf jeden Fall mittelfristig auf den Export von Strom nach Europa verzichtet.
Nachdem Anfang Juli die Desertec Foundation aus der Dii GmbH ausgestiegen ist, erklärte ein Sprecher der Munich Re: „Wir sind und bleiben Gesellschafter der Dii“. Der Rückversicherer ist ein starker Unterstützer des Projekts, da der Klimawandel und seine Folgen ein strategisches Thema für Munich Re sind. Von den einst über 50 Gesellschaftern und assoziierten Partnern der Dii sind nur noch rund 30 übrig, auch Siemens und Bosch waren zuletzt ausgestiegen. Der Streit kreiste um die Frage, ob der ursprünglich vorrangige Plan eines Exports von Strom nach Europa aufgegeben werden solle. Neben dem sodann geklärten Machtkampf an der Spitze ging es hinter den Kulissen der Krisensitzung am Dienstag weiter um die strategische Frage, ab wann grüner Wüstenstrom nach Europa fließt und welche Priorität dem beigemessen wird. Erste Stromexporte nach Europa waren Ende 2012 noch für 2014 angekündigt worden. Nun geht die Dii von 2020 aus. Doch das wird von der Munich Re diplomatisch bewertet: „Wir sind als Shareholder mit der inhaltlichen Arbeit der Dii zufrieden. Dass bei einem Projekt in einem hochkomplexen und dynamischen Umfeld immer wieder neue Herausforderungen zu meistern sind, halten wir für normal“, heißt es aus dem Konzerns. Die Abweichungen vom ursprünglichen Design sind gleichwohl beträchtlich.
Im Juli 2011 hatte Torsten Jeworrek, Vorstand der Munich Re noch mitgeteilt: „Marokko ist derzeit mit einem ersten Solarstromkraftwerk in der Endphase des Ausschreibungsprozesses.Der erste Strom könnte dann schon 2014 fließen.“ Jetzt wird das Kraftwerk in Marokko wahrscheinlich überhaupt nicht gebaut.

Foto: Desertec

Link: Süddeutsche Zeitung

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten