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Tagung zu IMD2: Experten diskutieren über die Folgen

11.12.2013 – Heute und morgen befasst sich eine Fachkonferenz der Versicherungsforen Leipzig mit der Thema „IMD2: Mit Transparenz und Bildung zum Erfolg – Qualitätsoffensive für Vertriebe?” Die europäische Richtlinie soll 2014 verabschiedet werden und hat weitreichende Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der Versicherungsunternehmen.

Das primäre Ziel ist den Verbraucherschutz nachhaltig zu verbessern. Damit verbunden sind die stärkere Gleichbehandlung der Vertriebskanäle sowie die laufende Fortbildungspflicht der Vertriebskräfte. Diese Initiativen werden von Experten vom Prinzip her positiv eingeschätzt. Allerdings dürfte sich mit der Einführung von IMD2 der Weiterbildungsaufwand für die deutschen Versicherungsunternehmen von derzeit jährlich 375 Mio. Euro auf circa eine Milliarde Euro pro Jahr erhöhen, berichtet das Beratungsunternehmen Zeb. Überdies warnen Experten vor den weitreichenden Folgen, die sich zum Beispiel aus dem Transparenzanspruch in Form der Offenlegung der Vermittlerprovisionen für die Versicherungsunternehmen ergeben. „Komplexe Vergütungssysteme, Nettotarife und Honorarmodelle können zu potenziellen Steuerungsverlusten oder im Extremfall sogar zu Abschaffung der klassischen Vergütungsstrukturen führen”, so die die Einschätzung der Versicherungsforen Leipzig.

Auch ein mögliches Provisionsverbot für unabhängige Berater stellt die Versicherungsbranche vor weitreichende Herausforderungen. In Großbritannien ist dieses bereits für Makler eingeführt worden. Die Vertriebe wünschen sich zuverlässige Rahmenbedingungen.

Befürchtet wird, dass mit der Finanzmarktrichtlinie MIFID II, die den Fokus auf Banken hat, Teile der IMD2 vorweggenommen werden. Darunter könnte das Provisionsverbot für unabhängige Berater fallen. Ein weiteres Thema der Tagung ist die Verordnung zu Packaged Retail Investment Products (PRIPs). Diese wurde am 20. November vom Europäischen Parlament verbschiedet. Nach Bestreben des Parlaments soll es neben einer A4-seitigen umfassenden Produktinformation ein weiteres Beiblatt geben, in dem unter anderem Provisionen ausgewiesen sind. Unter den Anwendungsbereich der Verordnung würde nach bisherigem Stand auch die Lebensversicherung fallen. Mit dem Beschluss ist aber das letzte Wort noch nicht gesprochen – es stehen noch Verhandlungen mit dem EU-Ministerrat und der EU-Kommission an.

Über den Umsetzungsstand und den Ausblick über IMD2 und PRIBs referiert heute Karel Van Hulle, ehemals Leiter des Referats „Versicherungen und Altersversorgung bei der Europäischen Kommission, und Professor an der KU Leuven und Goethe Universität Frankfurt. Das gesamte Programm als PDF finden sie hier.

Über die aktuellen Entwicklungen von IMD2 auf europäischer Ebene informiert das DOSSIER.

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