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Swiss Re Chef-Ökonom: Euro-Krise “größte Gefahr für die Branche”

04.10.2013 – fahnen-bruesselEuro-Bonds auf der einen, nationale Fiskalregeln auf der anderen Seite: Die Teilneh­mer des soeben zu Ende gegangenen Global Economic Symposiums (GES) in Kiel machten sich auf die Suche nach Lösungen für die immer noch schwelende Euro-Krise, und die Diskussion drehte sich vor allem um die beiden populärsten Lösungsvorschläge zur Eurokrise. Gleichzeitig warnte, jenseits des Ärmelkanals, Kurt Karl, Chef-Ökonom der Swiss Re, auf der londoner Konferenz Insurance Risk Europe vor einem Kollaps der Eurozone: “Dies sei das größte Risiko für die Versicherungsindustrie.”

Die Krise in der Eurozone bleibt weiterhin die Hauptbedrohung für Versicherer, mehr noch als ein scharfer Anstieg der Inflation oder eine allseits befürchtete harte Landung der chinesischen Wirtschaft, so Kurt Karl, Chef-Ökonom und Managing Director der Swiss Re auf seinem Vortrag in London. Obwohl sich die Weltkonjunktur insgesamt auf einem guten Weg befindet, so Karl, könnten politische Fehler schnell wieder alles zunichte machen. “Und diese Fehler sind möglich und damit der Rückfall in eine Rezession.” Besonders warnt der Schweizer vor dem zerstörerischen Einfluss, den langsame und zaghafte Strukturreformen haben könnten, skeptisch äußerte er sich zu Spanien: Ein Zahlungsausfall der Iberer würde den Eurozonenzerfall deutlich beschleunigen. Vor diesem Szenario trete sogar das amerikanische Haushaltproblem in den Hintergrund. “Es ist gut, dass Angela Merkel wiedergewählt wurde, aber das Reformtempo ist zu langsam”, so Kurt Karl.

Um konkrete Lösungen war man hingegen in Kiel, bei dem vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) veranstalteten Global Economic Symposium bemüht: Deutlichster Verfechter der von Kanzlerin Angela Merkel zum Tabu erklärten Euro-Bonds war der bekannte US-Investor George Soros. Entweder, so der Experte, könnten Transfers gezahlt werden – dann werde die Eurozone eine Transfer-Union, die so von niemandem gewollt sei. Die Alternative wäre eine Garantie, die die Gläubiger- gegenüber den Schuldnerstaaten abgeben würden – namentlich Euro-Bonds. „Struk­turreformen in Südeuropa reichen nicht, um das Problem zu lösen“, so Soros. „Wir brauchen beides, Euro-Bonds und Strukturreformen.”

Stefan Kooths vom Prognosezentrum des IfW hält die Euro-Bonds hingegen für „das falsche Signal gegenüber den Kapitalmärkten“. Es könne zu gigantischen Fehlallokationen kommen, weil die Zinsen dann nicht mehr das Ausfallrisiko abbilden würden. Kooths: „Wir sollten aufpassen, die Symptome der Krise nicht mit Maßnahmen zu bekämpfen, die uns in die Krise hineingebracht haben.“ Der IfW-Experte plädierte stattdessen für Fiskalregeln auf nationaler Ebene, die auf freiwilliger Basis eingeführt werden sollten. Das Ringen geht weiter, während die Krise schwelt.

Foto: Einträchtig flattern die Fahnen in Brüssel, doch hinter den Kulissen rumort es erheblich (Quelle: vvw)

Links: Kollaps der Eurozone größte Gefahr für die Versicherungsbranche (engl. / Anmeldung erforderlich), Euro-Krise im Fokus des Global Economic Symposiums

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