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Studie: Protestkultur bremst Investitionen

20.08.2013 – Stiftung-MarktwirtschaftZunächst eher am Rande scheint die Studie „Zum Phänomen der Protestkultur und deren Auswirkungen auf Großinvestoren“ für die Versicherungsbranche relevant zu sein. Tatsächlich aber schlägt das Aufkommen der Protestkultur, so dokumentiert die Stiftung Marktwirtschaft, auf alle Großinvestoren und Querschnittsbranchen durch.

Kaum ein Großprojekt ohne Großprotest, kaum ein Bahnhof ohne Gegen-Kampagne. Deutschland will wachsen und investieren, doch immer mehr Menschen sagen nein. Sie organisieren sich, werden von Nichtregierungsorganisationen (Non-Governmental Organization/NGO) unterstützt und manchmal bringen sie ein Projekt sogar zu Fall. Diese Tendenz wird sich verstärken, so die Autoren der Studie „Zum Phänomen der Protestkultur und deren Auswirkungen auf Großinvestoren“ von Eike-Christian Hornig und Jan-Bernd Baumann von der Universität Gießen.

Am Beispiel des Frankfurter Flughafens untersuchten die Wissenschaftler die Hintergründe der Demonstrationen und deren Konsequenzen für Großinvestoren.

Die Demonstranten weisen Merkmale einer Misstrauensgesellschaft insbesondere gegenüber den Parteien – Manipulationsvorwurf der Politik und der Justiz durch „die“ Wirtschaft – auf. Es liegt eine nur begrenzte gesamtgesellschaftliche Repräsentativität der Protestierenden vor. Das soziodemografische Profil innerhalb der Protestgruppe lautet verkürzt: älter, hochgebildet, zeitreich, ressourcenstark mit einer politischen Mitte-Links-Orientierung. Mit Blick auf die Bundestagswahl schreiben die Autoren:

2013 dürfte auf Jahrzehnte hinaus die letzte Bundestagswahl mit einer Mehrheit der Wähler unter 55 Jahren stattfinden. Danach verstärken sich eine alte „Tradition“ und die demographische Entwicklung gegenseitig: Ältere gehen eher wählen als Jüngere – und von Letzteren gibt es immer weniger. Ab 2017 werden Bundestagswahlen von einer absoluten Wählermehrheit, noch nicht der Wahlberechtigten, über 55-Jähriger entschieden. Risiko- und Reformaversion, Status quo und Sicherheit werden also noch wichtiger als heute schon, neue Chancen, Dynamik und Innovation dagegen an Wertschätzung verlieren und Veränderungsbereitschaft abnehmen. Ist Wandel und sind große Infrastrukturvorhaben dann überhaupt noch möglich, fragen die Autoren?

Die Studie basiert auf den Ergebnissen einer von infratest-dimap durchgeführten Befragung von Gegnern des Ausbaus des Frankfurter Flughafens.

Als klassische Großinvestoren haben sich Versicherer in der Vergangenheit auf Staatsanleihen, Pfandbriefe, Unternehmens- und Bankanleihen sowie Anleihen der Bundesländer konzentriert. In Zeiten niedriger Zinsen engagieren sie sich jetzt zunehmend in Infrastrukturprojekte, doch hier droht, wie beschrieben, Ungemach.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Protestkultur als Social Media Phänomen. Sie wird von den Versicherern in ihren Marketingstrategien schon sehr ernst genommen. Ein „Shitstorm“ ist schnell ausgelöst, doch die Folgen können gravierend sein. Die Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich ab 11 Uhr unter dem beigefügten Link zum Download bereit stehen.

Link: Protestkultur kontra Großinvestor

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