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Mangel an Transparenz bei Ärzten, Kliniken und Kassen

12.08.2013 – In der heutigen Ausgabe der Wirtschaftswoche thematisiert das Magazin unter dem Titel „Land der Ahnungslosen“, wie Ärzte, Kliniken und Krankenkassen mehr Transparenz bei der Qualität verhindern. Hinter den Kulissen nutzten „Mediziner und Kassen den Datenschutz, um eigene Schwächen zu verbergen.

Schwarze Schafe unter den Praxis-Ärzten reichten „überzogene, aber schwer kontrollierbare Rechnungen bei den Kassen ein“. Die Patienten könnten nur hoffen, dass der Arzt, den sie aufsuchen, gut ist. Denn die Doktoren müssten über die Qualität ihrer Behandlung keinerlei Informationen veröffentlichen. Allein ihre Standesvertreter, die Kassenärztlichen Vereinigungen publizierten Qualitätsberichte, allerdings anonymisiert und damit nutzlos für den Patienten. Ganz anders bei Privatpatienten, die nach jedem Arztbesuch die aufsummierten Leistungen kontrollieren können. 53.000 Fälle in den Jahren 2010 und 2011, in denen sich beispielsweise Diagnosen und berechnete Therapien widersprachen, nennt das Blatt.

„Die Ärzte-Lobby sabotiert auch die elektronische Gesundheitskarte, deren Einführung schon vor elf Jahren beschlossen wurde“, heißt es in dem Artikel weiter. Während in Österreich auf der Gesundheitskarte außer Personalien auch Diagnosen, Befunde, Röntgenbilder und Medikamente gespeichert seien, verzichteten „Ärzte und Kliniken auf diese Vorteile. Offiziell mangels Datenschutz und Nutzen, inoffiziell wegen Kosten und Transparenz“.

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group kam zu dem Ergebnis, dass es bei Hüftoperationen in den untersuchten deutschen Kliniken im Schnitt in 1,5 Prozent der vergleichbaren Fälle zu Komplikationen kam. Bei den schlechtesten Kliniken waren es 17,5 Prozent. Ähnlich bei Herzeingriffen. Wegen des Datenschutzes hätten die Patienten aber keinen Zugriff auf die Namen der schlechten Kliniken, so die Wirtschafswoche. Auch die Krankenkassen profitierten vom Datenschutz. Sie könnten ihre Finanzlage verschleiern, weil sie als Körperschaften des öffentlichen Rechts in ihren Geschäftsberichten nur das Nötigste veröffentlichen müssen wie Einnahmen. Die Konkurrenz der privaten Krankenversicherungen hingegen ist verpflichtet, gemäß den Auflagen des deutschen Handelsgesetzbuches nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften zu bilanzieren.

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