Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Koalitionsdeals: Rentenmehrausgaben in zweistelliger Milliardenhöhe

11.11.2013 – wuerttemberg-flaggeDas Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet in seiner heutigen Ausgabe, CDU/CSU und SPD planten „eine Welle von Rentengeschenken, wie sie die Republik seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht mehr gesehen hat”. Damit drehe das künftige schwarz-rote Regierungsbündnis die Reformen der vergangenen Jahre zurück und belaste einseitig die jungen Generationen.

Die CDU will die Mütterrente. Frauen, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, sollen eine bessere Honorierung ihrer Erziehungszeiten erhalten. Die SPD verlangt, dass Beschäftigte mit mehr als 45 Versicherungsjahren ohne Abschläge schon mit 63 Jahren in Rente gehen können. Dieses Vorhaben, so Der Spiegel konterkariere „ausgerechnet die bedeutendste Sozialreform der letzten Großen Koalition: die Rente mit 67″. Die Koalition erwägt die gesetzlich vorgeschriebene Beitragssenkung in der Rentenversicherung von 19,9 auf 18,3 Prozent im nächsten Jahr auszusetzen. Das bedeute ein Minus für Arbeitnehmer und Unternehmen von sechs Milliarden Euro, so das Nachrichtenmagazin. Das Blatt beruft sich auf Experten der Regierung, die davon ausgehen, „dass die Beitragssätze mittelfristig steigen müssen, sollte die Koalition ihre Pläne umsetzen”.

Der Spiegel zitiert ein Papier des Finanzministeriums, dass allein die Mütterrente „nach Ausschöpfen der Reserven Beitragserhöhungen erforderlich” macht. Die Sozialausgaben müssten um 0,4 bis 0,5 Prozentpunkte steigen. Überdies könnten die langfristigen Ziele der Rentenreformen nicht gehalten werden. „Die gesetzlich vorgegebene Beitragsobergrenze von 20 Prozent für 2020 wird bei Start der Mütterrente in 2014 voraussichtlich überschritten”, heißt es in der Expertise. Außerdem sei der Staat verpflichtet, mehr Geld in die Rentenkasse abzuführen, wenn die Beiträge steigen, schreibt das Magazin. Das reiße neue Löcher in den Bundeshaushalt. Die Beamten im Finanzministerium rechneten mit einer „dauerhaften Mehrbelastung” über diesen Effekt von bis zu 1,2 Mrd. Euro pro Jahr.

Hinzu kommen zweistellige Milliardenkosten bei Rückführung des Rentenalters und die geplante Erwerbsminderungsrente sowie durch Aufschläge für Geringverdiener bei der Lebensleistungs- oder Solidarrente. (vwh)

Autor:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten