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„Grundidee ja, konkrete Umsetzungsvorschläge nein“

21.08.2013 – Die Generali Deutschland Gruppe, zu der neben der AachenMünchener, die Generali Lebensversicherung, CosmosDirekt und die Dialog gehören, hat als eines der ersten Unternehmen in der Branche zu dem GDV-Schreiben zur Reform der Provisionssysteme in einem ausführlichen Statement Stellung genommen, das als sprachregelnder Entwurf an alle Lebensversicherungsunternehmen des Deutschlandkonzerns ging. Die Stellungnahme wurde vw-heute gestern Abend exklusiv übermittelt.

Die Generali-Antworten auf die vw-heute-Fragen sowie das Statement im Wortlaut.

Wie steht Ihr Unternehmen zu diesem Vorstoß?
Die Generali Deutschland teilt die Grundidee der Brancheninitiative, die Kosten von Altersvorsorgeprodukten zu senken, spricht sich aber gegen die konkreten Vorschläge des Diskussionspapiers aus. Im Ergebnis sehen wir keinen relevanten Mehrwert in der vorgeschlagenen Regulierung der Branche, sondern befürchten negative Folgen für die bedarfsorientierte Beratung, den Kunden sowie für die zwingend erforderliche private Altersvorsorge durch die hier diskutierten Eingriffe in den Markt. Zu unseren einzelnen Argumenten verweisen wir auf die angehängte Stellungnahme.

Wie wird sich der „Meinungsbildungsprozess“ in Ihrem Haus vollziehen?
Der Meinungsbildungsprozess ist bei den Unternehmen der Generali Deutschland bereits erfolgt. Das Ergebnis ist in der vorliegenden Stellungnahme zusammengefasst.

Können Sie schon jetzt etwas zur Zielrichtung sagen, in die Ihre Vorstellungen gehen?
Wie in unserer Stellungnahme dargelegt, sind die derzeit branchenintern diskutierten regulatorischen Eingriffe aus unserer Sicht nicht erforderlich, um die Kostenbelastung der Kunden weiter zu senken. Die Entwicklung der Abschluss- und Verwaltungskosten der letzten 20 Jahre zeigt, dass die Branche hier massive Fortschritte zugunsten der Kunden erzielt hat. Diese Aktivitäten werden in den Unternehmen der Generali Deutschland eigenverantwortlich fortgesetzt. Eine nachhaltige Reduktion der Gesamtkosten eines Vertrags kann somit auch auf anderem Wege erreicht werden. Stattdessen sollte das Ziel aller Aktivitäten sein, die Vielfalt der Vertriebswege und damit die hohe Beratungsqualität der Vermittler zugunsten der Kunden nachhaltig zu sichern.

Statement der Generali Deutschland zum GDV-Schreiben vom 28. Juni 2013

Köln – 20. August 2013

Das GDV-Schreiben vom 28. Juni 2013 unterbreitet den Mitgliedsunternehmen zur Diskussion und Meinungsbildung erste Anhaltspunkte, wie Provisionen in der Lebensversicherung zukünftig gestaltet werden könnten. Die Generali Deutschland teilt die Grundidee der Brancheninitiative, die Kosten von Altersvorsorgeprodukten zu senken, spricht sich aber gegen die konkreten Vorschläge des Diskussionspapiers aus, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Auch aus Sicht der Unternehmen der Generali Deutschland muss im Mittelpunkt aller Überlegungen das Kundeninteresse stehen. Zu den wichtigsten Anliegen des Kunden, das belegen zahlreiche repräsentative Studien, zählt dabei eine qualitativ hochwertige, kundennahe und bedarfsorientierte Beratung durch den Vermittler seiner Wahl. Die Versicherungsbranche hat hier mit konkreten Initiativen zum Verhaltenskodex und der Weiterbildung der Vertriebe bereits entscheidende Weichen gestellt. Die Generali Deutschland investiert seit Jahren fast 70 Mio. € jährlich, um eine exzellente Beratungsqualität der Vertriebe zu gewährleisten. Qualifizierte Berater sind die Grundlage für eine bedarfsgerechte Absicherung der Kunden sowie langjährige Kundenbeziehungen. Nur hervorragend ausgebildete Vermittler sind in der Lage, die sozialpolitisch gewünschte und vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zwingend erforderliche private Altersvorsorge der Bürger sicherzustellen. Diese Qualitätsoffensive hat ihren Preis: Bereits heute verzeichnen viele Vermittler aufgrund zusätzlicher zeitlicher Belastungen nennenswerte Einkommenseinbußen. Zudem haben immer mehr Vertriebe mit Blick auf sinkende Einkommensmöglichkeiten der Vermittler Nachwuchssorgen. Um das Berufsbild des Vermittlers weiterhin attraktiv zu gestalten, die Vielfalt der Vertriebswege zu erhalten und so den individuellen Beratungsbedarf der Kunden zu decken, sollten die Einkommensmöglichkeiten der Vermittler nach Auffassung der Generali Deutschland nicht überreguliert werden.

2. Der Blick nach Großbritannien oder in die Niederlande zeigt die negativen Folgen der vorgeschlagenen Regelung auf: Die Vielfalt der Vertriebswege geht verloren, die Beratungskapazität und -qualität leidet. Infolgedessen geht der Abschluss von Altersvorsorgeverträgen zurück während die Versorgungslücke der Bevölkerung wächst. Eine derartige Regelung kann deshalb weder im Interesse des Kunden sein, noch ist sie sozialpolitisch vertretbar. Alternative Vergütungsmodelle wie zum Beispiel die viel diskutierte Honorarberatung haben vergleichbare Konsequenzen. Insbesondere für sozial schwächere Einkommensschichten ist die Honorarberatung nicht finanzierbar. Gerade hier sind jedoch der Beratungsbedarf und die Versorgungslücke besonders hoch.

3. Die derzeit branchenintern diskutierten regulatorischen Eingriffe sind nicht erforderlich, um die Kostenbelastung der Kunden weiter zu senken. Die Entwicklung der Abschluss- und Verwaltungskosten der letzten 20 Jahre zeigt, dass die Branche hier massive Fortschritte zu Gunsten der Kunden erzielt hat. Diese Aktivitäten werden eigenverantwortlich in den Unternehmen der Generali Deutschland, aber auch bei relevanten Wettbewerbern fortgeführt, wie ein Blick auf aktuelle Kostensenkungsprogramme bestätigt.

Im Ergebnis sehen wir keinen relevanten Mehrwert in der vorgeschlagenen Regulierung der Branche, sondern befürchten negative Folgen für den Kunden und für die zwingend erforderliche private Altersvorsorge durch die hier diskutierten Eingriffe in den Markt.

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