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GDV-Präsident Erdland: “Das ist ein Schritt, den bisher keine Branche gegangen ist.”

14.10.2013 – erdland-gdv-77GDV-Präsident Alexander Erdland, Antreiber und Mahner für einen fairen Ausgleich zwischen Unternehmen, Kunden und Vermittlern, sagt im großen Interview mit der Versicherungswirtschaft: „Es geht darum, dass wir das Thema Beratungsqualität eigenverantwortlich vorantreiben, um weitere Regulierungen überflüssig zu machen.“ Auszüge des Gesprächs zwischen der Chefredaktion und dem Präsidenten hier in einer Vorab-Veröffentlichung.

Das ganze Interview ist hier ab morgen bestellbar.

Eine große Mehrheit der deutschen Versicherer hat sich auf den neuen Verhaltenskodex für den Vertrieb verständigt und zu dessen Einhaltung verpflichtet. Warum ist der Kodex nötig geworden? Die Branche hatte sich doch erst 2010 Verhaltensregeln für den Vertrieb gegeben?

Alexander Erdland: Der alte Kodex stieß in der Branche bereits auf große Zustimmung und war ein wichtiger Schritt, um die Beratungsqualität im Versicherungsvertrieb flächendeckend zu stärken. In der Öffentlichkeit gab es aber auch Kritik, die sich vor allem auf die Frage der Verbindlichkeit und auf fehlende Sanktionen bezog. Diese Kritik haben wir aufgegriffen. Unternehmen, die dem Kodex beitreten, stellen sich nun alle zwei Jahre einer Überprüfung durch externe Wirtschaftsprüfer. Das ist ein Schritt, den bisher keine andere Branche gegangen ist. Der Kodex erhält dadurch eine größere Verbindlichkeit.

Parallel zum neuen Vertriebskodex gewann die Erörterung um neue Modelle der Abschlusskosten und Alternativen zu tradierten Provisionssystemen an Reichweite. Sind das Zeichen dafür, dass im Markt der Finanzberatung insgesamt und der Versicherungsvermittlung im Besonderen generell eine neue Kultur der Kundenorientierung am Entstehen ist? Und wie können sich ihre Mitgliedsunternehmen dafür rüsten? Wie kann der GDV den offenkundigen Wandel begleiten oder unterstützen?

Alexander Erdland: Der ökonomische Rahmen hat sich mit den anhaltend niedrigen Zinsen einfach gravierend verändert. Wir müssen uns fragen, wie wir auch unter diesen Bedingungen attraktive Produkte anbieten können. Es geht um einen fairen Ausgleich zwischen Unternehmen, Kunden und Vermittlern. Dazu gehört die Anpassung der Kosten, auch der Abschlusskosten, bis zu den Provisionen. Wir stellen uns damit einer Debatte, die längst im Gange ist. Auf politischer Ebene gibt es bereits konkrete Vorhaben, etwa zur Kostenbegrenzung bei Riester-Produkten. Wir müssen uns als Branche für den Dialog mit der Politik positionieren, damit die Diskussion nicht ohne uns geführt wird.

Foto: GDV-Präsident Alexander Erdland will lieber aktiv gestalten, statt zu reagieren. (Quelle: Jooss)

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