Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Die Maut und ihre Konsequenzen

08.01.2014 – maut-schild-150Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. (ADAC) lädt heute zum traditionellen Presse-Neujahrsgespräch in sein Münchener “Clubhaus”. Unter der Leitung von Motorwelt-Chefredakteur Michael Ramstetter werden die Themen Infrastruktur (marode), Postbus (expansiv), Vereinsmitglieder (stark steigend) und schließlich die Maut (überflüssig) diskutiert. Alle Themen haben versicherungstechnische Relevanz, auch wenn sie beim Thema Maut nicht direkt ersichtlich ist, wie ein kurze Anfrage der VWheute-Redaktion zeigt.

Die geplante und viel diskutierte Pkw-Maut löst bei den deutschen Kfz-Versicherern keinen Aktionismus aus. Für Prognosen, wie sich eine Gebühr für die Nutzung deutscher Autobahnen auf das Versicherungsgeschäft auswirken könne, sei es noch zu früh, konstatiert die Huk-Coburg. Auch die Allianz gibt an, zu diesem Thema noch keine Prognosen abgeben zu können: „Wir haben hierzu keine Erkenntnisse“, heißt es aus München. Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat sich mit möglichen Folgen einer Pkw-Maut für die Versicherungsbranche noch nicht auseinandergesetzt.

Licht ins Maut-Dunkel kann da vielleicht wiederum der ADAC bringen. Der hat sich mit dem Thema Maut und Sicherheit befasst und folgende Erkenntnis gewonnen:

“Ohne Zweifel kann die Einführung einer Maut für Pkw keine Verkehrsprobleme lösen. Vielmehr drohen sogar unter verschiedenen Aspekten erhebliche negative Auswirkungen. Denn gerade im Bereich des privaten, d. h. aus privaten Geldbeuteln bezahlten Pkw-Verkehrs, der sich vom gewerblichen Lkw-Verkehr fundamental unterscheidet, wäre eine teilweise Verlagerung von Verkehrsmengen weg von den Autobahnen und hin zu nachgeordneten Straßen wie Bundes- und Landesstraßen die unausweichliche Folge einer Pkw-Gebühr. Auf diesen Straßen sind allerdings die Unfallrisiken und die Belastung von Anwohnern ungleich größer als auf unseren Autobahnen, die nicht nur national gesehen, sondern auch im internationalen Vergleich einen ausgesprochen hohen Sicherheitsstandard aufweisen. Bei einer – keineswegs utopischen – Verlagerung von 20 Prozent des Pkw-Verkehrs von den Autobahnen zu den nachgeordneten Straßen wäre rein rechnerisch pro Jahr mit rund 250 zusätzlichen Verkehrstoten sowie über 10.000 zusätzlichen Verletzten zu rechnen. Deshalb ist es falsch, den Verkehr durch Erhebung von Gebühren auf Autobahnen – zumindest teilweise – von den statistisch gesehen sichersten Straßen in Deutschland auf unfallträchtigere, nachgeordnete Verkehrswege zu verdrängen. Wer keine steigenden Unfallzahlen und vor allem auch Getötetenzahlen billigend in Kauf nehmen möchte, kann nicht für eine Pkw-Maut in Deutschland sein.”

Gut möglich also, dass die Einführung einer Maut, ob nur für Ausländer oder für alle Verkehrsteilnehmer, die Verkehrsströme auf den Landstraßen, wo ohnehin schon jetzt 60 Prozent aller Unfälle geschehen, weiter anschwellen lassen, womit die Unfallquoten steigen, ebenso die der Verletzten und Toten, mit Konsequenzen für die Prämien, versteht sich. (ak)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten