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Altersvorsorge: Entdeckung der Generation Mitte

29.08.2013 – ErdlandNachdem sich die Versicherungswirtschaft schon eingehend mit der Generation 50+ und den unter 30-Jährigen befasst hat, will sie nun offenbar auch die Menschen dazwischen verstehen lernen. Die „Generation Mitte“, die nach Definition des GDV die Jahrgänge der 30- bis 59-Jährigen umfasst, ist daher Gegenstand einer Allensbach-Studie, die nun in Berlin vorgestellt wurde. Ein Ergebnis: Langfristig planen oder investieren will kaum jemand.

Natürlich sind die 35 Millionen Menschen zwischen 30 und 59 Jahren, die gegenwärtig in Deutschland leben, eine interessante, wenn auch inhomogene Zielgruppe. Sie sind diejenigen, die arbeiten und Geld verdienen, Steuern zahlen und die sozialen Sicherungssysteme finanzieren – wenn auch in unterschiedlichem Maße, wie GDV-Präsident Alexander Erdland bei der Vorstellung der Studie „Die Generation Mitte – Lebenssituation, Hoffnungen und Sorgen der 30- bis 59-Jährigen“ betonte.

Insgesamt hat die Studie ergeben, dass sich die 1.420 Befragten überwiegend in stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen befinden und auch in Zukunft erwarten, ihren gegenwärtigen Status erhalten oder sogar verbessern zu können. Dass der Anteil der Optimisten bei Bessergestellten mit 83 Prozent höher ausfällt als bei Menschen mit geringem Einkommen (65 Prozent), ist nicht verwunderlich.

Doch trotz stabiler und auf Stabilität ausgerichteter Lebensentwürfe und trotz massiver Befürchtungen dahingehend, dass die finanziellen Mittel im Alter nicht ausreichen werden, um ohne größere Abstriche leben zu können, gibt es kein ausgeprägtes Bewusstsein für eigenverantwortliche Vorsorge, sagte Erdland weiter. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass ein Drittel der Befragten früher in die Rente einsteigen möchte als gesetzlich vorgesehen und damit bewusst Einbußen hinnimmt. Aber auch darin, dass drei Viertel der Befragten zwar für das Alter sparen, sich aber dafür nicht allzu sehr einschränken wollen.

Auch langfristig im Voraus planen oder investieren will kaum jemand: 60 Prozent halten einen Zeitraum von zehn Jahren für das Äußerste, was sie sich vorstellen können. „Damit ist natürlich keine systematische Absicherung des Alters möglich“, kommentierte Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen für die Branche besteht laut Erdland darin, dass die Beratung künftig noch mehr als bisher – natürlich abgestuft nach den finanziellen Möglichkeiten der Kunden – das Thema Altersarmut und Vorsorge ins Zentrum stellen muss. Dazu müsse – vor allem im Interesse der unteren Einkommensschichten – die Anrechnung von privater Vorsorge auf die Grundsicherung im Alter zugunsten einer Freibetrags-Regelung geändert werden. Vor allem im Interesse von Frauen müsste beim Riester-Sparen die Möglichkeit geschaffen werden, zeitliche Unterbrechungen bei der Einzahlung später förderunschädlich ausgleichen zu können.

Zudem plädierte der GDV-Präsident für einen Gesamtüberblick über sämtliche im Alter zu erwartenden Einkünfte aus allen drei Schichten. Die jetzigen Informationen seien zerstückelt und könnten eine Ursache für fehlendes Bewusstsein in Bezug auf drohende Altersarmut sein. Die EU-Kommission bereitet gegenwärtig ein solches Projekt vor, das anhand einer internetbasierten Plattform Informationen bündeln soll. Der GDV arbeitet aktiv daran mit, erklärte Peter Schwark, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung.

Foto: Alexander Erdland, GDV-Präsident, Vorsitzender des Vorstandes der Wüstenrot & Württembergische AG, Stuttgart (Quelle: Pohl)

Link: Generation Mitte – Ergebnisse der Studie

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