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AGV-Mitgliederversammlung mit politischen Postulaten

11.07.2013 – Die Jahresmitgliederversammlung des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen (AGV) gestern in München stand im Zeichen aktueller politischer Debatten. So befasste sich Dr. Michael Niebler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, u.a. mit Forderungen im Wahlprogramm von SPD und Grünen, die „sachgrundlose Befristung“ von Arbeitsverhältnissen abzuschaffen und den Katalog möglicher Befristungsgründe zu reduzieren.

Niebler machte darauf aufmerksam, dass Arbeitsverhältnisse heute „ohne Grund“ bis längstens zwei Jahre befristet werden können. „Mit Grund“, zum Beispiel für Vertretung während der Elternzeit, sei dies unbegrenzt der Fall. Niebler: „Befristete Arbeitsverhältnisse sind ein bewährter Steigbügelhalter in den Arbeitsmarkt. In der Versicherungswirtschaft beträgt die Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse 6.630 Mitarbeiter (3,3 %).
AGV-Vorsitzender, Dr. Josef Beutelmann, hob als ein Hauptthema die von SPD und Grünen geforderte Einführung der Bürgerversicherung hervor. Die Sozialversicherungsbeiträge würden nach dem SPD-Modell um 25 Prozent bis 30 Prozent steigen, nach dem Vorschlag der Grünen 12 bis 18 Prozent. Für die Versicherungsbranche wären mit der Einführung einer Bürgerversicherung Lohnzusatzkosten von circa 145 Millionen Euro verbunden und hätte überdies den Abbau von 75.000 Arbeitsplätzen in den Unternehmen der privaten Krankenversicherung zur Folge. Indessen berichten die Schweizer Versicherer von massiven Personalproblemen. Mehr als 1300 offene Stellen können nicht besetzt werden, was mittel bis langfristig zu erheblichen Einbußen an Leistungskraft und Wettbewerbsfähigkeit führen könne. Eine Gesamtzahl der offenen Stellen in deutschen Versicherungsunternehmen liegt nach Auskunft des AGV nicht vor. Zunehmend aber werden Mitarbeiter in den Bereichen Risikomangement, IT und für aktuarielle Aufgaben gesucht, wie Dirk-Christian-Hammacher, Direktor und Bereichleiter Personal R+V Versicherung bestätigt. ” Der wachsende Bedarf resultiert aus immer komplexeren IT-Systemen und den regulatorischen Vorgaben. Es gibt nur wenige Fachkräfte, die über die erforderlichen Anforderungen verfügen, weil es sich wie beim Risikomanagement um noch junge Themenfelder handelt.“ Von den Auswirkungen ist die gesamte Finanzdienstleistungsbranche mehr oder weniger betroffen und der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte entsprechend hoch.” (DOSSIER. Versicherer als Arbeitgeber)

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